Reifeprüfung im Haupttermin des Schuljahres 2020/21

Rechtsgrundlage: §§ 34 bis 42 SchUG, Beilage zum Erlass des BMBWF GZ 2020-0.787.653, BGBl. II Nr. 11/2021

Kurzüberblick:

Die standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung (kurz SRDP) an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) wurde erstmals flächendeckend im Haupttermin 2014/15 durchgeführt. Sie setzt sich aus drei unabhängigen Säulen zusammen:

  • Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) inklusive Präsentation und Diskussion
  • Klausurprüfungen inklusive Kompensationsprüfung (je nach Wahl entweder drei oder vier schriftliche Teilprüfungen)
  • mündliche Prüfungen (je nach Wahl entweder 3 oder 2 mündliche Teilprüfungen)

Die standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung ist modular aufgebaut. Das bedeutet, dass ein/e Kandidat/in trotz negativer Absolvierung einer Teilprüfung zu einer anderen Teilprüfung antreten kann. Negativ absolvierte Klausuren können im Rahmen einer so genannten Kompensationsprüfung im selben Prüfungstermin wiederholt werden. Das 3-Säulen-Modell nimmt Rücksicht auf die gesetzlichen Sonderformen der AHS und auf autonome Schwerpunktsetzungen an AHS.

(siehe: www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/zentralmatura/srdp_ahs.html).

Bezüglich der Maßnahmen zur Reduktion der COVID-19-Infektionszahlen gelten für den Haupttermin des Schuljahres 2020/21 folgende Regelungen: 

1. Termine und Ergänzungsunterricht

Das Unterrichtsjahr endet unverändert am 2. Mai 2021. Die standardisierten schriftlichen Klausurarbeiten beginnen am 20. Mai 2021. Nichtstandardisierte Klausurarbeiten können ab 19. Mai 2021 durchgeführt werden.

Zeitleiste der schriftlich stand. Prüfungen

Deutsch:                                               20. Mai 2021
(Angewandte) Mathematik:                     21. Mai 2021
Spanisch/Volksgruppensprachen:             25. Mai 2021 (Kroatisch, Ungarisch, Slowenisch)
Englisch:                                               26. Mai 2021
Latein/Griechisch:                                  27. Mai 2021
Französisch:                                          28. Mai 2021
Italienisch:                                            31. Mai 2021

  • Zwischen Ende des Unterrichtsjahres und Beginn der schriftlichen Reifeprüfung findet ein zweiwöchiger Ergänzungsunterricht statt (3. Mai bis einschließlich 18. Mai 2021). Er dient der Vorbereitung auf die abschließenden Prüfungen (Klausurprüfungen/ mündlichen Prüfungen). Im Ergänzungsunterricht sind keine Leistungsfeststellungen und Leistungsbeurteilungen vorzunehmen.
  • Die Teilnahme am Ergänzungsunterricht bedarf einer Anmeldung (jedoch nur dann zulässig, wenn der Gegenstand Prüfungsgebiet der abschließenden Prüfung ist.).
  • Für den Ergänzungsunterricht ist ein Stundenplan aufgrund der verordneten Stundentafel zu erstellen.
  • Zusätzlich gibt es schon nach Weihnachten zusätzlichen „Förderunterricht“ für Maturaklassen im Ausmaß von zwei Wochenstunden pro Klasse.
  • Die mündlichen Teilprüfungen im Rahmen der Reifeprüfung finden ab 7. Juni 2021 bis zum Beginn der Hauptferien (Sommerferien) statt.
  • Die standardisierten mündlichen Kompensationsprüfungen an allen höheren Schulen finden am 16. und 17. Juni 2021 statt. Die Möglichkeit zur Anmeldung besteht bis 14. Juni 2021.

2. Abschließende Arbeit (VWA)

  • Abweichend von den gesetzlichen Bestimmungen finden für den Haupttermin 2020/21 Präsentationen und Diskussionen der abschließenden Arbeiten nicht statt.
  • Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen Antrag auf freiwillige Präsentation und Diskussion der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) bis spätestens eine Woche vor dem verordneten Präsentationstermin zu stellen.
  • Die Beurteilung der schriftlichen Arbeit ist bis spätestens zwei Wochen vor dem verordneten Präsentationstermin bekannt zu geben.
  • Finden Präsentation und Diskussion nicht statt, erfolgt die Beurteilung aufgrund der schriftlichen Arbeit.
  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei der abschließenden Arbeit sind auf Grund eines begründeten Antrages des Prüfers der abschließenden Arbeit von der jeweiligen Prüfungskommission der Hauptprüfung zu beurteilen (§ 38 Abs.2 SchUG)
  • Präsentation und Diskussion werden unter Einhaltung der Hygienebestimmungen am Schulstandort abgehalten. Sie können aber auch mittels elektronischer Kommunikation stattfinden.

3. Schriftliche Klausurprüfung

  • Die Anzahl der schriftlichen Klausurarbeiten wird nicht eingeschränkt. Die Arbeitszeit wird um 60 Minuten verlängert.
  • Die Berücksichtigung der Jahresnote bzw. einer ermittelten Note bei der Festlegung der schriftlichen Gesamtnote wird beibehalten (s.u.)

4. Mündliche Prüfung

  • Wenn bestimmte Themenbereiche aufgrund der COVID-19 Maßnahmen im Unterricht nicht ausreichend behandelt wurden, ist die Anzahl der Themenbereiche der mündlichen Teilprüfungen einzuschränken.
  • Die Reduktion darf maximal ein Drittel der ursprünglich vorgesehenen Anzahl der Themenbereiche betragen. Die Bekanntgabe der gekürzten Themenbereiche erfolgt vier Wochen vor Ende des Unterrichtsjahres.
  • Die Berücksichtigung der Jahresnote bzw. einer ermittelten Note bei der Festlegung der mündlichen Gesamtnote wird beibehalten (s.u.).

5. Leistungsbeurteilung

Für die Leistungsbeurteilung der abschließenden Prüfungen gelten die einschlägigen Gesetze und Verordnungen einschließlich der LBVO mit den folgenden festgelegten Abweichungen (siehe BGBl. II Nr. 11/2021):

  • Bei der Beurteilung eines Prüfungsgebietes sind die Leistungen der letzten Schulstufe, in welcher der entsprechende Unterrichtsgegenstand unterrichtet wurde, zu berücksichtigen.
  • Umfasst das Prüfungsgebiet eine schriftliche Klausurarbeit, sind die Leistungen der letzten Schulstufe, in der der Gegenstand unterrichtet wurde, nur zu berücksichtigen, wenn die in der Klausurarbeit gestellten Aufgabenstellungen zumindest zu 30vH erfüllt wurden.
  • Die Anforderung von zumindest 30vH ist jedenfalls erfüllt, wenn
  • Eine Kompensationsprüfung positiv abgelegt wurde,
  • im standardisierten Prüfungsgegenstand „Deutsch“ (Slowenisch, Kroatisch, Ungarisch als Unterrichtssprache) die Dimension Inhalt in einer Teilaufgabe überwiegend erfüllt wurde oder
  • in nichtstandardisierten Prüfungsgebieten die durch die (Fach)lehrerkonferenz festgelegten Anforderungen erfüllt wurden.
  • Wenn bei der Einbeziehung der Leistungen aus den zuletzt besuchten Schulstufen mehr als ein Unterrichtsgegenstand berücksichtigt werden muss, wird die Stundenanzahl der Unterrichtsgegenstände anteilsmäßig berücksichtigt. Daraus ergibt sich eine eigens ermittelte Note, die die Basis für die Einbeziehung der Leistungen bildet.
  • Die Leistungen im Rahmen der abschließenden Prüfung und die Leistungen der letzten Schulstufe, in der der Gegenstand unterrichtet wurde, sind gleichwertig. Ergibt sich dabei keine eindeutige Beurteilungsstufe, so ist den Leistungen im Rahmen der abschließenden Prüfungen das größere Gewicht zuzumessen.
  • Bei Schulen mit Semesterbeurteilung bilden die Leistungsbeurteilungen der beiden letzten Semester, in welchen der Gegenstand unterrichtet wurde, die Leistungen der letzten Schulstufe.

(Zuletzt aktualisiert: Jänner 2021)


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