Schriftliche Überprüfungen

Rechtsgrundlage: Die schriftlichen Überprüfungen (Tests, Diktate) sind im § 8 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LB-VO) normiert.
Siehe auch: Leistungsbeurteilung und Leistungsfeststellung

Gemäß LB-VO 8/1 umfassen schriftliche Überprüfungen ein in sich abgeschlossenes kleineres Stoffgebiet. Folgende Formen der schriftlichen Überprüfung sind zulässig:

  • Tests;
  • Diktate in der Unterrichtssprache (Deutsch), in den lebenden Fremdsprachen, in Musikerziehung, in Kurzschrift, in Maschinschreiben, in Stenotypie, in Phonotypie sowie in (computerunterstützter) Textverarbeitung.

Schriftliche Überprüfungen dürfen gemäß LB-VO 3/4 nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit der Schüler und allenfalls vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für das Semester oder die Schulstufe nicht ausreichen.

Die schriftlichen Überprüfungen sind dem Schüler gemäß LB-VO 8/2 spätestens zwei Unterrichtstage vorher bekannt zu geben.

Die Arbeitszeit einer schriftlichen Überprüfung darf in den allgemeinbildenden Pflichtschulen (= Volks-, Haupt- und Sonderschulen sowie Polytechnische Schulen) und in der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen 15 Minuten, in der Oberstufe der AHS 20 Minuten, ansonsten 25 Minuten nicht überschreiten (LB-VO 8/4). In der AHS-Unterstufe dürfen mithin Tests und Diktate höchstens 15 Minuten dauern, in der AHS-Oberstufe aber 20 Minuten.

Die Gesamtarbeitszeit aller schriftlichen Überprüfungen darf gemäß LB-VO 8/5 in jedem Unterrichtsgegenstand und in jedem Semester folgendes Höchstausmaß nicht überschreiten (wobei die für Tests und Diktate aufgewendete Arbeitszeit zusammenzuzählen ist):

  • in allgemeinbildenden Pflichtschulen (= Volks-, Haupt- und Sonderschulen, Polytechnische Schulen): 30 Minuten;
  • in der Unterstufe der AHS: 30 Minuten;
  • in der Oberstufe der AHS: 50 Minuten;
  • in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS): 80 Minuten.

Schriftliche Überprüfungen dürfen gemäß LB-VO 8/6 nicht an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinander folgende schulfreie Tage oder eine mehrtägige Schulveranstaltung folgenden Tag durchgeführt werden.

An einem Schultag, an dem bereits eine Schularbeit oder eine schriftliche Überprüfung in der betreffenden Klasse stattfindet, darf keine weitere schriftliche Überprüfung stattfinden (LB-VO 8/7).

Der Tag der Durchführung einer schriftlichen Überprüfung ist gemäß LB-VO 8/8 vom Lehrer des betreffenden Unterrichtsgegenstandes spätestens am Tag der Durchführung im Klassenbuch zu vermerken.

Die Aufgabenstellungen von Tests sind jedem Schüler in vervielfältigter Form vorzulegen (LB-VO 8/9).

Die schriftlichen Überprüfungen sind den Schülern innerhalb einer Woche korrigiert und beurteilt zurückzugeben. Den Erziehungsberechtigten ist Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, sofern nicht die Wohnorte der Erziehungsberechtigten einerseits und des Schülers andererseits getrennt sind (z. B. im Fall eines Internatsaufenthaltes) oder es sich nicht bereits um eigenberechtigte Schüler handelt (LB-VO 8/10).

Schriftliche Überprüfungen sind gemäß LB-VO 8/11 in folgenden Schularten und folgenden Gegenständen unzulässig:

  • in der Volksschule: in Bildnerischer Erziehung, Leibesübungen, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) und Geometrischem Zeichnen;
  • in der Hauptschule und Neuen Mittelschule: in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Leibesübungen und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken);
  • in der Polytechnischen Schule: in Leibesübungen, Technischem Zeichnen und Werkerziehung;
  • in der AHS: in Darstellender Geometrie, Geometrischem Zeichnen, Leibesübungen, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie in der 1. bis 5. Klasse in Bildnerischer Erziehung;
  • in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen: in Leibesübungen.

Tests sind ferner gemäß LB-VO 8/13 in Unterrichtsgegenständen, in denen mehr als eine Schularbeit je Semester vorgesehen ist, unzulässig. An AHS sind Tests in Unterrichtsgegenständen, in denen Schularbeiten durchgeführt werden, auch unabhängig von der Zahl der Schularbeiten unzulässig.

Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen Überprüfung (Test, Diktat) mit "Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die schriftliche Überprüfung mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Die Wiederholung ist innerhalb einer Woche nach Rückgabe der schriftlichen Überprüfung durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinander folgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen schriftlichen Überprüfung ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden Überprüfung bekannt zu geben.

Ist die Wiederholung einer schriftlichen Überprüfung aus inhaltlichen Gründen nicht möglich, so gilt sie als Informationsfeststellung und ist als Grundlage für die Leistungsbeurteilung nicht heranzuziehen (LB-VO 8/14).

(Zuletzt aktualisiert: April 2017)


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