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Zitate

Medien-Zitate ab 1. März 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Ein besonders großer Belastungsfaktor dürfte das wahrgenommene, mangelnde Prestige der Lehrkräfte in der Gesellschaft sein, verbunden mit einem Schlechtmachen in den Medien (Stichwort: ‚Lehrerbashing‘) und auch der nicht selten geäußerten Kritik seitens der Politik (Stichwort: ‚Dienstag-Mittag bin ich fertig‘, Wiens ehemaliger Bürgermeister Häupl) bzw. sogenannter Schul- und Bildungsexpertinnen und -experten, denen man oftmals diese Expertise nicht zuschreibt.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 47

Lehrerinnen und Lehrern schlägt „hochtrainierte Form von Ignoranz“ entgegen:

„Heute ist Lehrerbashing Volkssport. […] Eine Mischung aus Neid und Verachtung schlägt ihnen entgegen. Oft verbirgt sich dahinter eine hochtrainierte Form von Ignoranz.“
Dr. Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

„Not just a nice to have“:

„Status is not just a nice to have, but something which can be a direct contributor to improved pupil performance – via an increased likelihood of more effective teachers entering the profession and remaining in the profession. Whilst status is already high in some countries, it remains a mid ranked profession in many, and therefore presents a real and present challenge to governments as they seek to improve the capacity of their teaching profession.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 125

Österreichs Zukunftsproblem:

„‚Ein Problem ist, dass Lehrer in Österreich ein schlechtes Prestige haben.‘ Der Beruf brauche mehr Prestige, um die am besten geeigneten Lehrer anzulocken.“
Mag. Dr. Roland Bernhard, Universität Salzburg, Der Standard online am 27. März 2019

Eine Frage der gesellschaftlichen Einordnung:

„Many of the high-performing countries share a commitment to professionalised teaching in ways that imply that teachers are accorded the same status as other highly-regarded professions.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 47

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

„Zeit für mehr Wertschätzung“:

„Die Pädagogen hätten es generell immer schwerer, ihrem Beruf nachzugehen. Die Verantwortung der Lehrer habe zugenommen, der Respekt ihnen gegenüber sei dagegen nicht unbedingt gewachsen – und gleichzeitig sei das Image des Berufs angekratzt. ‚Deshalb ist es Zeit für mehr Wertschätzung für den Lehrerberuf.‘“
BM Mag. Gernot Blümel, Die Presse online am 7. Mai 2019

Gewalt folgt Bashing:

„Ansehen und Autorität des für die Zukunft unseres Landes wichtigsten Berufsstands werden viel zu oft gedankenlos untergraben. Mediales Lehrerbashing könnte das Feld für körperliches Bashing aufbereitet haben. Wir alle zollen dem Lehrberuf nicht den verdienten Respekt.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

„Lehrerbild ganz stark stärken“:

„Wir müssen das Lehrerbild ganz stark stärken. Die brauchen eine Wertschätzung, die sie aktuell nicht bekommen.“
Ali Mahlodji, EU-Botschafter für Jugend, „Im Zentrum“, ORF 2, 12. Mai 2019

„Dort passiert die wirkliche Arbeit“:

„Ich bin in erster Linie den Lehrerinnen und Lehrern dankbar. Denn sie sind vor Ort. Dort passiert die wirkliche Arbeit.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorarlberger Nachrichten online am 27. Februar 2019

Dutzende bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des Images von Lehrerinnen und Lehrern für das Gelingen von Schule sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image nachzulesen.


Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Soziales Verhalten trainieren:

„Positive Erfahrungen habe ich mit der Einrichtung von sozialen Trainingsräumen in der Schule gemacht, in denen ein Pädagoge sich dann um den Schüler kümmert und mit ihm seine Probleme bespricht. Das hilft, alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.“
Axel Becker, Mediator für Gewaltprävention, t-online.de am 10. Oktober 2016

MitschülerInnen und LehrerInnen verdienen Schutz:

„Bei gravierenden Verstößen gegen Verhaltensregeln sollte eine vorübergehende Suspendierung vom Unterricht zum Schutze der MitschülerInnen und auch LehrerInnen(!) viel unbürokratischer und rascher ausgesprochen werden können.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 8. Mai 2019

„Not only unavoidable, but right“

„Once available strategies have been exhausted, it can be necessary and in the student’s best interests to be somewhere their needs and behaviour can be better provided for. […] If the teacher is unable to deliver a lesson due to the continued behaviour of a student, removal is not only unavoidable, but right.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 44

Recht auf Unterricht:

„Die Time-out-Klassen haben bei uns zur Beruhigung beigetragen. […] Es wird häufig das Augenmerk darauf gelegt, was mit den Störern passiert. Mir ist die Mehrheit der Schüler, die gerne lernen, wichtiger.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, Die Presse vom 15. Mai 2019

Systemische Überforderung:

„Schule erhält weder Anerkennung dafür, noch Ressourcen. Pädagogen werden mit diesem unausgesprochenen Zusatzauftrag unbedankt alleine gelassen, müssen oft ganz nebenbei noch Bezugsperson, Sozialarbeiter oder Mediator sein.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 16. Mai 2016

Gewalt an Schulen:

„Wir stellen fest, dass die Fälle schwieriger und komplexer werden. Oft fehlt es an Halt. Die soziale Binde- und Haltefunktion der Familien hat abgenommen.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin a. D., news4teachers.de am 23. September 2016

Mut, Grenzen zu setzen:

„‚Viele Eltern trauen sich auch nicht mehr, mal Nein zu sagen und den Kindern Grenzen zu setzen.‘ Vor allem Alleinerziehende seien häufig unsicher, weil ihnen der Partner fehle, mit dem sie über Erziehungsfragen sprechen könnten.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, news4teachers.de am 18. Oktober 2016

Eltern unverzichtbar:

„Wir brauchen natürlich die Eltern, die eine Erziehungsverpflichtung haben.“ 
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Im Zentrum“, ORF 2, 12. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Bildungswissenschaftliche Aussagen zur Rolle des Supportpersonals sind auf www.bildungswissenschaft unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/support nachzulesen.


Österreich internationales Schlusslicht:

„‚Wir haben nach wie vor kein flächendeckendes Supportsystem wie in anderen OECD-Ländern.‘ […] Es gebe nicht nur eine Unterversorgung im Bereich Schulsozialarbeit, ‚die immer wichtiger wird. Wir haben auch zunehmend Kinder in den Klassen, die dringend mehr Unterstützung brauchen.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Großbritannien und USA bauten Support massiv aus:

„The United Kingdom and the United States have the highest average ratio of support staff, with 15.5 teacher aides and teaching/research assistants per 1 000 students. These two countries have experienced significant increases of learning support staff in recent years.“
Francesc Masdeu Navarro, „Learning support staff: A literature review“ (2015), S. 8

Österreich, laut TALIS-Studie letztplatziert beim Supportpersonal, stieg hingegen ganz einfach bei TALIS aus …

Support statt Kontrolle, Finnlands Weg:

„Instead of inspections and national achievement tests, resources are allocated to the main aim – promoting the interaction of teachers and students, and supporting learning.“
Irmeli Halinen u. a., „Curricular balance based on dialogue, cooperation and trust – The case of Finland“.
In: CIDREE (Hrsg.), „Balancing Curriculum Regulation and Freedom across Europe“ (2013), S. 58

Konzentration auf die Kernaufgabe ermöglichen:

„Damit sich die Lehrkräfte auf ihre Kernaufgabe, die Unterrichtsgestaltung wieder stärker konzentrieren können, wäre es sinnvoll, alle Aufgaben, die durch Verwaltungskräfte erledigt werden können, an Verwaltungskräfte zu übergeben.“
Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.), „Empfehlungen zur Entwicklung arbeitszeitrechtlicher Normen
für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen an niedersächsischen Schulen“ (2018), S. 72

Jetzt auch im Nationalen Bildungsbericht(!) nachzulesen:

„Die Anforderungen der pädagogischen Praxis im Schulalltag erfordern oft Tätigkeiten, die nicht zu den Kernaufgaben der pädagogischen Arbeit von Lehrkräften gehören und über die unterrichtliche Arbeit hinaus nur bedingt leistbar sind. Um einen gelingenden Unterricht zu fördern und von unterrichtsfremden Aufgaben zu entlasten, ist pädagogisch unterstützendes Personal von Bedeutung.“
BMBWF (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2018. Band 1“ (2019), S. 94

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Der so genannte ‚Papierkram‘, also der Aufwand für Berichte, Dokumentationen, Listen und dergleichen dürfte zeitlich besonders aufwendig sein. 65,2 % sehen das so. Für fast die Hälfte der Befragten ist der Aufwand offenbar viel zu hoch. Daran kann man auch ermessen und verstehen, wie berechtigt die oft erhobene Forderung der Lehrergewerkschaft für eine bürokratische Entlastung der Lehrkräfte und auch Schulleiterinnen und Schulleiter und hinsichtlich mehr Unterstützungs- und Supportpersonal ist.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 33f

Anteil des Schulbudgets im Sinkflug:

„Vom Bildungsbudget entfielen im Jahr 2000 auf das Schulwesen 68,4 Prozent. Dieser Anteil wurde zwischen 2000 und 2016 um fast ein Fünftel auf 56,2 Prozent verkleinert.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 5

Großartig, aber auch auf Kosten des Schulbudgets:

„Im EU-Vergleich liegt die Forschungsquote Österreichs (Bruttoinlandsausgaben für F&E in % des BIP) im europäischen Spitzenfeld: 2017 wurde der zweithöchste Wert erreicht.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Österreich. Zahlen.Daten.Fakten 18/19“ (2019), S. 66

Österreichs Schulbudget im internationalen Vergleich:

„Most OECD and partner countries (33 out of 38 countries with available data) spend more than twice as much on primary, secondary and post-secondary non-tertiary education combined as on tertiary education.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2015: OECD Indicators“ (2015), S. 253

Im OECD-Mittel wurde 2015 ins Schulwesen um 140 % mehr investiert als ins tertiäre Bildungswesen. In Österreich sind es inzwischen nur um 62 % mehr. (Stand 2017)

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Bildungswissenschaftliche Zitate zum Supportpersonal im internationalen Vergleich sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/support nachzulesen.


Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Hilflose Beschwichtigungspolitik beenden!

„1323 ‚Einzelfälle‘ von Körperverletzungen, Nötigungen und gefährlichen Drohungen an Österreichs Schulen wurden im Jahr 2018 zur Anzeige gebracht […]. Hier noch zu behaupten, man habe das Thema Gewalt an Schulen gut im Griff, ist ein weiterer ärgerlicher Beschwichtigungsversuch.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 8. Mai 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019

Mehr Verbindlichkeit für Regeln:

„Erziehungsideale und -modelle müssen überprüft werden. Es gilt, kritisch zu hinterfragen, ob deren hoher Anspruch auf Freiwilligkeit, Einsicht und Selbstständigkeit die aktuell vorhandenen Fähigkeiten sozial behinderter junger Menschen in vielerlei Hinsicht überschätzt.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 11

Grenzen und Geborgenheit:

„Ohne einen sicheren Zaun, der einen altersgerechten Spielplatz strukturiert und Geborgenheit für die anstehende Exploration des umgebenden Raums bietet, müssen Kinder beständig das Ende der Welt oder wenigstens einen festen Punkt suchen.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 323

Prägung im Elternhaus:

„Jugendliche, die in sehr positiven familiären Umständen aufgewachsen sind, haben zu 3,8 % in den letzten zwölf Monaten eine Gewalttat ausgeführt; zu 0,7 % gehören sie den Mehrfachgewalttätern an. Bei Jugendlichen in sehr negativen familiären Umständen liegen die Raten mit 18,4 bzw. 6,8 % um ein Vielfaches höher.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Pfeiffer u. a., „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“ (2018), S. 39f

Recht auf lernförderliches Klima:

„Unsere Kinder müssen in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre lernen können.“
DI Anne Mautner Markhof, Präsidentin des Hauptverbands der Katholischen Elternvereine Österreichs, Mag. Elisabeth Rosenberger,
Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019

Lernförderliches Klima schaffen:

„Unterrichtsstörungen und Disziplinprobleme zählen […] zu den größten Kräfteräubern für die Lehrpersonen und behindern zugleich die ganze Klasse bei ihrer Lernarbeit. Deswegen benötigen Lehrerinnen und Lehrer effektive Methoden, um störendes Verhalten zu unterbinden und lernförderliches Verhalten zu stärken.“
Helmut Heyse u.a., „Kollegien stark machen. Schulen erfolgreich entwickeln“ (2018), S. 249f

Schule wieder zum Ort des Lehrens und Lernens werden lassen:

„School safety and classroom disciplinary climate have a direct impact on teachers’ ability to teach and students’ ability to learn. The more time teachers spend on classroom management, the less they are able to direct their efforts toward the teaching and learning practices.“
Paul Cahu u. a., „Does School Safety and Classroom Disciplinary Climate Hinder Learning?“ (2019), S. 2

Schule braucht Unterstützung von außen:

„Wenn im Unterricht so viel Zeit gebraucht wird, um überhaupt Ordnung herzustellen und einen Unterricht zu ermöglichen, dann braucht es Unterstützung von außen. Das können Lehrkräfte nicht allein stemmen. Sie sind keine ausgebildeten Sozialarbeiter.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Wertschätzung für die Bedeutung der Eltern:

„An increase in the valuing of parenting and the social norms to support good parenting - establishing norms which respect and enable parents as first teachers - will both aid child development and provide the necessary foundations, for example, for further enabling early education and health, education and family services staff to engage parents.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 79

Fundament der Bildung:

„Children who have a solid grounding in early developing skills are in a better position to gain from instruction that is focused on more advanced skills. Learning letter words and sounds supports the development of vocabulary and the capacity to share well-formed narratives, while learning to count supports children’s understanding of mathematical concepts such as cardinality, relative size, and problem-solving (calculating, measuring) skills.“
Dr. Margaret R. Burchinal, „The Current State of Scientific Knowledge on Pre-Kindergarten Effects“ (2017), S. 23

Frühe Spracherfahrungen:

„Children’s early language exposure impacts their later linguistic skills, cognitive abilities, and academic achievement, and large disparities in language exposure are associated with family socioeconomic status (SES).“
Dr. Rachel R. Romeo u. a., „Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function“.
In: „Psychological Science“, 2018, Vol. 29(5), S. 700

Zeit und Geborgenheit:

„Parents who invest time reading to their children are likely to have children with more extensive vocabularies. Similarly, a secure attachment in infancy enhances social, cognitive and emotional skills in later life.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 11

San Francisco:

„Parents of pre-school children in San Francisco received three informational text message reminders per week with simple information about key components of early childhood learning and practical tips for initiatives they could implement at home to support their child’s learning. The programme significantly increased home literacy activities and parental involvement as well as some aspects of student learning.“
Univ.-Prof. Dr. Mette Trier Damgaard u. a., „The use of nudges and other behavioural approaches in education“ (2017), S. 22

„Critical for early learning outcomes”:

„Parents’ behaviours and the home learning environments they create are critical for early learning outcomes: In addition to direct expenditures on their children, parents invest in their children through the quality of the interactions they have together. […] Findings from the United Kingdom suggest the home learning environment is in fact the strongest predictor of early literacy. Access to developmentally-appropriate books, toys and cultural resources promotes early learning and may be particularly important for supporting children with weak early language skills.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 41

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

„Vorlesen stärkt gesellschaftliches Miteinander. 85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, aber nur 40 Prozent derjenigen, denen selten oder nie vorgelesen wurde.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 44

„The most productive input”:

„Dozens of studies have demonstrated many differences in the way advantaged and disadvantaged parents engage their children and how these differences matter to children’s adult success. Among other things, advantaged parents spend more time, in particular on educational activities, with their children and produce more cognitively stimulating home learning environments. […] The gaps in parental time investment are important because research suggests that spending time with a child has a direct and causal effect on children’s cognitive test scores and that it is the most productive input for cognitive skill development.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 4f

Das Elternhaus als erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Eltern können viel tun, um Bedingungen zu schaffen, unter denen ihre Kinder viele Erfolgserlebnisse haben. Eine wichtige Strategie besteht darin, mit ihnen an unterhaltsamen, aber stetig anspruchsvolleren Aufgaben zu arbeiten – ob es nun darum geht, Klavierspielen zu lernen, mit Klötzchen und Legosteinen zu bauen oder auf einem Spielturm herumzuklettern.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Mischel, „Der Marshmallow Test. Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit“ (2015), S. 336

Ansetzen, wo die Chancen vergeben werden:

„There is clear evidence that children’s life chances are influenced by their families and communities and that they are able to be changed for the better.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 1

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Ergebnis einer Befragung 15-Jähriger in allen niedersächsischen Schulformen:

„Fast jeder zweite Schüler gab an, im vergangenen Schulhalbjahr gehänselt, ausgeschlossen oder ignoriert worden zu sein (48,3 Prozent). Noch etwas mehr berichteten von Cybermobbing im selben Zeitraum (49,3 Prozent).“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Messer, Schlagring oder Schlagstock:

„Obwohl es in Niedersachsen grundsätzlich verboten ist, solche Gegenstände mit in die Schule zu bringen, gaben 7,8 Prozent der Schüler an, sie gelegentlich oder sogar häufig auf dem Schulgelände dabeizuhaben. 2013 und 2015 lag der Anteil bei knapp unter sechs Prozent. In der Freizeit führte 2017 sogar gut jeder fünfte Jugendliche (21,8 Prozent) mindestens ab und zu ein Messer, einen Schlagring oder einen Schlagstock mit sich.“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Höchste Zeit zu handeln:

„Die Lehrkräfte fühlen sich oft allein gelassen. […] Wir müssen handeln und etwas tun.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP-Wien, meinbezirk.at am 7. Mai 2019

Wegschauen beenden!

„Warum verschloss die Schuldirektion die Augen? Wusste die Bildungsdirektion nichts?“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, meinbezirk.at am 7. Mai 2019

„Schulpolitik“ des Vertuschens:

„Nicht selten gibt der Stadtschulrat, also seine Bezirksschulinspektoren, die Empfehlung, über Gewalt gegenüber Lehrern und unter Schülern zu schweigen, ganz besonders in der Öffentlichkeit. Vor allem wenn die Gewalt von Migranten oder Flüchtlingen ausgeht. Mit Sicherheit spielt auch dabei eine Rolle, dass das Bekanntwerden von Gewaltvorfällen an Schulen und politischen Gegnern nützen könnte.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 136f

Vogel-Strauß-Politik beenden!

„Es handle sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein ‚massives Problem, das immer weiter um sich greift. Wir müssen alles daransetzen, dass Gewaltdelikte an Schulen der Vergangenheit angehören.‘“
Mag. Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien, kathpress online am 6. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Ca. die Hälfte alle Befragten stellen eine gewisse Hilflosigkeit der Eltern bei der Kindererziehung bzw. einen ‚problematischen‘ Erziehungsstil der Eltern fest […] Dazu kommt noch, dass sehr viele Lehrkräfte den Eindruck haben, dass die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die Erziehungsaufgabe (übermäßig) an die Schule ‚abwälzen‘, dass also seitens des Elternhauses zu wenig Unterstützung in diese Richtung kommt.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 44

Grenzen erfahren lassen:

„Eltern sollten immer als Erzieherpersönlichkeiten auftreten, die klar und deutlich sagen, wo die Grenzen liegen. Ob das jetzt das Trotzalter ist oder die Pubertät: Unser Nachwuchs hat das Recht aufzubegehren, er will sich austesten und an uns reiben.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. April 2019

Nichts geht ohne die Eltern!

„Das sollte angesichts einer zunehmenden, politisch beförderten ‚Verstaatlichung‘ von Bildung und Erziehung betont werden, nichts geht ohne die Eltern, die aus erziehungswissenschaftlicher Sicht zu Recht laut Grundgesetz die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen haben.“
Univ.-Prof. Dr. John Hattie u. a., „Visible Learning. Auf den Punkt gebracht“ (2018), S. 141

Befund aus den USA:

„College-educated parents engage more strongly in intensive parenting, with its emphasis on spending time with children and on dads sharing child care responsibilities.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 128

Interaktives Vorlesen:

„More than twice as many mothers with a university degree read aloud to their children than mothers who do not complete secondary education. Moreover, the former have been found to read to their children using an interactive style that involves the children in the reading, and they also ask more 'why' questions.“
Dr. Luisa Araújo u. a., „Home book reading and reading achievement in EU countries“. In: „Educational Research and Evaluation“, 2015, Vol. 21, S. 425

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

30 Prozent der Kinder wurde, als sie noch klein waren und noch nicht lesen konnten, von ihren Eltern nicht einmal „einmal in der Woche“ vorgelesen, der Hälfte von ihnen sogar „nie“.
Quelle: Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 10

Die Studie stammt aus Deutschland, die Aussagen von Müttern, deren Kinder bei der Befragung 8 bis 12 Jahre alt waren.

Geschlechterdifferenz:

„Besonders für Buben, die insgesamt häufiger von Problemen beim Lesenlernen berichten als Mädchen, macht das elterliche Vorlesen einen großen Unterschied für den eigenen Leseerfolg, sie profitieren noch mehr als Mädchen. Auch ist interessant, dass nicht nur das Lesen selbst leichter gelingt, sondern Schüler/innen mit Vorleseerfahrung lieber zur Schule gehen als andere.“
Mag. Dr. Christine Geserick. In: ÖIF (Hrsg.), „beziehungsweise“ vom Mai 2019, S. 7

Frühkindliche Prägung:

„The antenatal period and children’s first three years are crucial to building strong foundations and establishing the competencies that lead to the development of essential relational, self-regulation and problem-solving skills.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 4

Lesen öffnet Tore:

„The first book you read opens a whole new set of operational skills and cognitive possibilities.“
Dr. Joanna Sikora u. a., „Scholarly culture: How books in adolescence enhance adult literacy, numeracy and technology skills in 31 societies“.
In: „Social Science Research“ 77 (2019), S. 3

„Positive upwards spiral“:

„Children who like to read, read more. Because they read more, they read better, and because they read better, they enjoy reading more. It is crucial, therefore, to create this positive upwards spiral.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 68

Schule „Reparaturbetrieb der Gesellschaft“:

„Wir müssen uns mit der Frage befassen, ob Schule nicht längst zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft geworden ist. Dafür gibt es Anhaltspunkte.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 2. April 2019

Wie wahr!

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft. In: AKV (Hrsg.),
„Die neuen Herausforderungen für Schule und Bildung“ (2018), S. 43

Bildungswissenschaftliche Zitate über die hohe Bedeutung des Lesens sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-k-bis-l/lesen nachzulesen.


Ergebnis einer Befragung 15-Jähriger in allen niedersächsischen Schulformen:

„2017 gab mehr als jeder vierte Schüler (27,2 Prozent) an, verprügelt oder - viel seltener - sexuell belästigt, ausgeraubt oder erpresst worden zu sein.“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Folgen fehlender Bindung im Baby- und Kleinkindalter:

„‚Die Schwere der psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen nimmt eindeutig zu.‘ So seien 12-Jährige mit Suizidversuchen und dissozialem Verhalten keine Seltenheit mehr.“
Dr. Michael Merl, Primar der Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung im Kepler-Uniklinikum, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

„Schulreife“:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar. Dabei geht’s nicht um kognitive Intelligenz, sondern um solche Dinge wie Selbstorganisation, etwas unmittelbare Bedürfnisverschiebung, Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeit in der Kommunikation oder Impulskontrolle.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 16. Mai 2016

Möglichkeiten der Schule begrenzt:

„Mit Blick auf das Elternhaus lässt sich festhalten, dass es einen großen Einfluss auf die schulische Leistung hat, die mit strukturellen Veränderungen von Schulen nicht maßgeblich beeinflusst werden kann. Insofern ist eine intensive Kooperation auf Augenhöhe zwischen Lehrpersonen und Eltern unerlässlich. Dort, wo sich diese Kooperation zum Wohl des Kindes nicht herstellen lässt, stößt auch die Arbeit von Lehrpersonen an Grenzen.“
Univ.-Prof. Dr. John Hattie u. a., „Visible Learning. Auf den Punkt gebracht“ (2018), S. 57

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Wachsendes Problem:

„Wir haben sehr engagierte Eltern, die sich einbringen, die ganz aktiv zum Schulleben beitragen. Aber manche Eltern ziehen sich da auch sauber raus. Wir haben eine wachsende Zahl von Eltern, die sich von ihrem Erziehungsauftrag und vom gemeinsamen Wirken mit Lehrern verabschiedet haben.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 2. April 2019

„Halt- und Orientierungslosigkeit“:

„Erziehung hat mit Beziehung zu tun, mit beharrlicher Beziehungsarbeit, die nicht immer harmonisch ist. Wer sich aus der Erziehung zurückzieht, lässt seine Kinder allein, macht sie halt- und orientierungslos.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. April 2019

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Besonders wirkungsvoll wären etwa die aus anderen Ländern bekannten Time-Out-Klassen, in denen Schüler/innen, die in der Großgruppe nicht mehr tragbar bzw. beschulbar sind und auch die Mitschüler/innen vom Lernen abhalten, zumindest eine Zeit lang von Sozialpädagoginnen und -pädagogen oder auch speziell geschulten Lehrkräften in Kleingruppen unterrichtet werden.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 156

„Eine der schwierigsten und zugleich entscheidendsten Fragen“:

„Die Aufgabe, jungen Menschen die Regeln unseres Rechtsstaates und einer freien, offenen Gesellschaft zu vermitteln, geht uns alle an. Es ist eine der schwierigsten und zugleich entscheidendsten Fragen unserer heutigen Gesellschaft.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 12

Seit fast 2 Jahrzehnten bekannt, aber von Österreichs „Schulpolitik“ bisher ignoriert:

„There is indeed a robust correlation between the disciplinary climate measure derived from the PISA questionnaire and students’ performance as measured by the same survey. A robust positive relationship between disciplinary climate and students’ performance has been observed since the first wave of the PISA survey in 2000.“
Paul Cahu u. a., „Does School Safety and Classroom Disciplinary Climate Hinder Learning?“ (2019), S. 8

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zum Sozialverhalten, seinen Ursachen und Auswirkungen sind auf www.bildungswissenschaft.at unter  http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/disziplin nachzulesen.


„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„In der letzten Dekade wurde aus Sicht der Betroffenen sehr viel am Schulsystem ‚herumexperimentiert‘, eine – oft wenig gut durchdachte oder zumindest (z.B. ressourcenmäßig) konsequent zu Ende gedachte – Reform jagte die nächste, ein Reformpaket das andere.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 152

Drohender Kollaps:

„Durch zu rasche und zu viele Reformen auf einmal wurden von drei SPÖ-Bildungsministerinnen viele bildungspolitische Baustellen aufgerissen. Diese gilt es nun – unter geänderten politischen Vorzeichen im Bildungsministerium – rasch zu beheben. Andernfalls droht tatsächlich der Kollaps.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“.
In: AKV (Hrsg.), „Die neuen Herausforderungen für Schule und Bildung“ (2018), S. 21

Politische Verantwortlichkeit:

„Der Anspruch an die Pädagoginnen und Pädagogen, meine Damen und Herren, ist in den letzten Jahren massiv gestiegen – unter anderem deshalb, weil der Unterricht in den Klassen mit einer steigenden Heterogenität einhergeht.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL, Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft
und seit Juni 2018 NR-Abgeordnete, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Hochrisiko-Beruf:

„It has been recognized that being a teacher is a demanding and sometimes even exhausting job. […] Compared to other professions, teaching in fact poses a relatively high risk of burnout.“
Dr. Melanie M. Keller u. a., „Teachers’ emotional experiences and exhaustion as predictors of emotional labor in the classroom“.
In: „Frontiers in Psychology“ vom Dezember 2014

Systemimmanente Überlastung:

„Auch wenn viele Lehrkräfte mit reichlich Elan in ihren Beruf starteten, immer früher entwickelt sich diese Tätigkeit zu einer großen Belastung. Ständig geraten sie zwischen die Fronten schulorganisatorischer Notwendigkeiten, störenden Verhaltensweisen von Schülern und überzogenen elterlichen Forderungen.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Der Blick von außen:

„Seit ein paar Jahren bin ich extrem froh, dass ich nicht Lehrerin geworden bin.“
Vea Kaiser, NEWS vom 1. März 2019, S. 66

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change?
Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019

Verantwortung statt Aktionismus!

„Ich plädiere an alle Verantwortlichen im Bildungsbereich, gemeinsam den Weg zu einer Verbesserung der österreichischen Schule zu gehen und nicht Reformen um der Reform willen durchzuführen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 23

„Nicht einmal Götter“:

„Schule soll jedes Problem unserer Gesellschaft lösen. Produzieren sollen wir eine gerechte Gesellschaft und Olympia-Sieger. Beides ist berechtigt, aber nicht einmal Götter könnten das zur Gänze erfüllen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 10. Mai 2016

Wie wahr!

„Wir dürfen die Institution Schule nicht überfordern und ihr nicht die Verantwortung für alles und jeden zuschieben.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Wiener Zeitung online am 27. April 2019

Extreme Belastung:

„Nach Ansicht vieler Lehrkräfte grassiert geradezu eine permanente ‚Reformitis‘, die die Lehrerinnen und Lehrer vor sich hertreibt und sie nicht zur Ruhe kommen lässt. […] Über 80 % der Lehrkräfte fühlen sich dadurch mittel bis sehr belastet, nahezu die Hälfte sogar sehr.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 49f

Der Nährboden für „Bildungsreformen“:

„Zuerst wird aufgrund höchst zweifelhafter Kriterien und in der Regel plakativ verkürzter Testergebnisse eine Krise des Bildungssystems beschworen, um dann das Mantra der notwendigen Bildungsreform anzustimmen.“
Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 1

Druck auf die Lehrerinnen und Lehrer größer denn je:

„Bildung gilt als Schlüsselkompetenz der Zukunft. Doch noch nie war die Situation an den Schulen schwieriger, der Druck auf die Lehrerinnen und Lehrer größer als heute.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 8

Konsolidierung der Schulen überfällig:

„Jede weitere mit PISA begründete Reformhektik schadet. Sie verhindert eine nach Jahren der Hektik überfällige Konsolidierung der Schulen, und sie tut am meisten denjenigen jungen Leuten weh, die hinterherhinken.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, bildungsklick.de am 6. Dezember 2016

„Bildungskolonialismus“:

„Spätestens seit der Jahrtausendwende haben international agierende Großkonzerne in Kooperation mit internationalen politischen Verbünden und Stiftungen den selbstverständlichen demokratischen Gepflogenheiten ein abruptes Ende bereitet. Sie haben weltweit im Bildungssektor das Heft in die Hand genommen und betreiben einen zuweilen offenen, teilweise auch subtilen ökonomischen Bildungskolonialismus, dem sich anscheinend niemand mehr zu widersetzen vermag.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, „Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen“ (2016), S. 9

Die nicht legitimierte Macht der OECD:

„Weil die OECD selbst sehr genau weiß, dass sie eigentlich keine legitimen Einflussmöglichkeiten auf nationale Bildungspolitik hat, arbeitet sie mit der ‚Naming-and-shaming-Technik‘: Sie stellt ‚PISA-Verlierer‘ an den medialen Pranger und lobt ‚PISA-Gewinner‘. So übt sie starken Druck auf eigentlich souveräne Staaten aus. […] So unterläuft die OECD nationale Verfassungen und nationale Lehrpläne.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „ÖkologiePolitik“, Nr. 168 (November 2015), S. 32

Das Ziel der Schule wiederentdecken:

„Im Endeffekt bewirkt Pisa Fehlorientierungen an herabgestuften Zielen, indem es den Blick auf jenes eigentliche Ziel verstellt, dem sich Schule vordergründig widmen sollte: die Förderung von Menschen.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 22. Dezember 2016

Kontraproduktive „Reformiererei“:

„Die permanente Reformiererei ist […] irritierend und verunsichernd und oft schlicht kontraproduktiv. Wir brauchen eine Beruhigung.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Presse online am 28. September 2014

Von der OECD-„Bildungspolitik“ intendiert?

„Parents in more advantaged class positions will respond to any expansion or reform of the educational system by using their own superior resources – economic, cultural and social – to whatever extent it takes to help their children retain a competitive edge in the system and in turn in the labour market.“
Univ.-Prof. Dr. John Goldthorpe, The Guardian online am 12. März 2016

Das OECD-Rezept für den Verkauf von Reformen, ungeniert zu Papier gebracht:

„The story needs to be told on how these reforms will impact the quality of teaching and learning in Austrian classrooms.“
OECD (Hrsg.), „Moving towards more school autonomy in Austria“ (2019), S. 25

„Man beraubt Lehrer ihrer Professionalität“:

„Die überwiegende Zahl von Lehrern will ihre Sache gut machen. Mit diesem pädagogischen Ethos wollen die meisten Studenten auch heute noch Lehrer werden. Lehrer wollen ihre Kunst ausüben, Studenten wollen sie lernen. Tatsächlich aber werden Lehrer heute mit allen Mitteln der Manipulation daran gehindert, ihre Sache gemäß den Regeln der pädagogischen und didaktischen Kunst gut zu machen. Man beraubt Lehrer ihrer Professionalität.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Keine Alternative? Schule und Unterricht ohne Formatierung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 232

Desaströse „Bildungspolitik“:

„Das Vertrauen in die Schule wurde in unserem Land von der Politik seit vielen Jahren untergraben. Statt den Leistungen unseres Schulwesens und seiner LehrerInnen Anerkennung zu zollen – und für Anerkennung hätte es nie an Gründen und Anlässen gemangelt –, stellten die Bildungsministerinnen Österreichs Schule als desaströs hin.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 17. Februar 2018

Vertrauen und Wertschätzung:

„Finnish officials publicly recognize the value of teachers, and the country’s policies show that they trust teachers‘ professional judgement in schools.“
Univ.-Prof. Dr. Linda Darling-Hammond u. a., „Empowered Educators“ (2017), S. 55

Shanghai:

„Communities and parents trust educational professionals to manage their professional affairs and to educate.“
Dr. Xiaoyan Liang u. a., „How Shanghai Does It“ (2016), Executive Summary

Das Netzwerk des Erfolgs:

„Countries with the highest levels of literacy achievement do not just have highly talented, well-qualified, well-trained teachers, they have teachers who are trusted to make key decisions about what to teach, how to teach, and what materials to use.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 42

Global Teacher Status Index 2018:

„In this report we are able to show that both high teacher pay and high status are necessary to produce the best academic outcomes for pupils.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 5

Österreichs „Schulpolitik“ hat jahrelang mit dem Kapital der LehrerInnen „gespielt“:

„Trust, defined as the propensity of a population to believe in the trustworthiness of other people whom they do not know personally, is one of the most important ingredients of social capital.“
Dr. Nurullah Gur u. a.„In Public Education Expenditures We Trust: Does Trust Increase Support for Public Education Expenditures?“.
In: „Educational Sciences: Theorie & Practice“ (2015), 15(2), S.378

Höchste Zeit für mehr Seriosität!

„Viel zu lange konnten es sich selbsternannte ExpertInnen, PolitikerInnen und JournalistInnen erlauben, über das österreichische Schulwesen herzuziehen und Dinge zu behaupten, ohne gründlich recherchiert zu haben oder den Wahrheitsbeweis antreten zu müssen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Dezember 2018, S. 18

Dank aus dem Mund des Bundespräsidenten:

„Lehrer, meine Damen und Herren, das ist doch einer der wichtigsten, einer der schönsten, aber auch und einer der schwierigsten Berufe. Ich bin dankbar für Ihr großes Engagement, liebe Lehrerinnen und Lehrer, dankbar für Ihren Idealismus, für Ihre Geduld und Ihre Tatkraft und diesen Dank will ich heute doppelt und dreifach unterstreichen.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands a. D., Ansprache zum Bildungstag der ZEIT-Stiftung, Hamburg am 6. November 2015

Idealismus schätzen, nicht missbrauchen!

„Viele Lehrerinnen und Lehrer wählen den Beruf, weil sie Schülerinnen und Schüler beeinflussen wollen – kaum einer wählt diesen Beruf, um ein Armutsgelübde abzulegen. Wir müssen Lehrkräfte sowohl in der Gesellschaft als auch durch die Entlohnung wertschätzen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, news4teachers.de am 30. März 2019

Perversion von Bildung:

„Blickt man genauer hin, muss man erkennen, dass sich unter dem Deckmantel der Kompetenzorientierung eine Grundkonstellation des Erkennens und damit der Bildung glatt in ihr Gegenteil verwandelt hat. In dem Maße, in dem Kompetenzen als formale Fertigkeiten verstanden werden, die an beliebigen Inhalten erworben werden können, konterkariert man die Idee jedes durch Neugier motivierten Erkenntnis- und damit Bildungsprozesses.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Was ist und zu welchem Ende erwirbt man gymnasiale Bildung? Die Höhere Schule 250 Jahre nach Humboldt“,
Festvortrag im Rahmen des 58. Internationalen Bodenseetreffens, Bregenz am 1. Oktober 2017

Häppchenbildung:

„Kompetenzorientierung meint die Segmentierung der Lerninhalte in kleine Häppchen. Die sogenannten Bildungsstandards spitzen das noch zu, dort gilt nur noch das als Bildung, was standardisierten Tests zugänglich ist. Es wurde quasi gesagt: Alles, was nicht Häppchen ist, gilt ab sofort nicht mehr als Bildung. Mit Adorno würde man sagen: Hier wurde radikal Halbbildung zu Bildung umetikettiert.“
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, Rubikon online am 4. April 2019

„Kompetenzorientierte“ Schulbücher:

„Statt eines schrittweisen logischen Aufbaus wird ein wechselndes Potpourri von Themen ausgebreitet, damit die Schüler beständig vor Probleme gestellt werden, die sie ‚selbstgesteuert‘ lösen sollen. Man verwirrt die Schüler und verhindert geradezu gezielt den Aufbau eines strukturierten Verständnisses.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Kompetenzen machen unmündig“ (2015)

„Humankapital“:

„Dieselben Leute, die ständig Bekenntnisse zur Gleichheit, Gerechtigkeit, Kindgemäßheit absondern, betreiben unter Einflüsterung der Wirtschaft und der OECD eine Ökonomisierung gerade der Bildung. Alles an ‚Bildung‘ soll in Quoten und Rankingtabellen messbar, nutzbar, verwertbar sein. Der Mensch wird zum ‚Humankapital‘ und damit verdinglicht. Damit aber wird Bildung zur bloßen Abrichtung.“
Josef Kraus, „50 Jahre Umerziehung“ (2018), S. 122f

„Maschinengleich optimierte Kompetenzgebilde“:

„Unser Wohlstand wird nur von wahrhaft gebildeten jungen Menschen bewahrt werden können, und nicht von maschinengleich optimierten Kompetenzgebilden.“
Mag. Georg Stockinger, stv. Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, FCG/ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Juli 2018, S. 7

Neugier statt bloßen Funktionierens:

„Hätten wir schon immer die Haltung gehabt, dass Wissen nur dann einen Wert hat, wenn man es anwenden kann, dann säßen wir wahrscheinlich noch in Höhlen. Denn Fortschritt und Wissenschaft sind auf Menschen zurückzuführen, die neugierig waren und denen es nicht in erster Linie darum gegangen war, irgendetwas anzuwenden.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Furche vom 12. September 2014

„Bildung“ à la OECD:

„Die hat schon in den Sechzigerjahren in einem Papier, das mit dem Europarat abgestimmt war, festgestellt: ‚Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen. Das Erziehungswesen steht nun gleichwertig neben Autobahnen, Stahlwerken und Kunstdüngerfabriken.‘“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
BundeslehrerInnen-Tag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Kompetenzorientiert „Gebildete“:

„Sie sollen funktionieren ohne reflektierende Distanz gegenüber dem, was sie tun. Sie operieren mit Gegenständen, ohne zu verstehen, um was es sich dabei handelt.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, „Der Bildungs-Rat der Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (2015), S. 10

Cui bono?

„Wem dient die geistige Verarmung und kulturelle Entwurzelung ganzer Länder? Wem dient es, Volkswirtschaften zu ruinieren? Den Menschen, ihrer Kultur, der Demokratie und eben auch einer menschwürdigen Wirtschaft sicher nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, seit 26. Jänner 2019 Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), Der Standard online am 20. Juni 2015

Ent-Standardisierung:

„Eine Verteidigung der Kompetenzorientierung und der Bildungsstandards erscheint mir nicht sinnvoll. Jede Bildungsdebatte muss sich um eine Ent-Standardisierung des Schulsystems bemühen.“
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, Rubikon online am 4. April 2019

„Kumulation sozialer Risikofaktoren“:

„Ein bildungsferner Hintergrund, ein niedriger sozioökonomischer Status der Familie sowie eine nichtdeutsche Alltagssprache erschweren jeweils für sich genommen den Bildungserfolg. Liegen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig vor, so wird von einer Kumulation sozialer Risikofaktoren gesprochen, die einem erfolgreichen Bildungserwerb umso hinderlicher sein können.“
BMBWF (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2018. Band 1“ (2019), S. 27

Österreich:

„Die Eltern von 6 % der Kinder haben maximal Pflichtschulabschluss. Dieser Anteil an Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern ist unter Migrantinnen und Migranten mit 19 % deutlich erhöht, bei Einheimischen und bei Zuwanderern aus Deutschland beträgt dieser Anteil nur 3 % bzw. 4 %.“
BMBWF (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2018. Band 1“ (2019), S. 27

„Höchst problematisch“:

„Der geringe Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Lehrlingsausbildung ist sowohl aus bildungs- und integrationspolitischer Perspektive als auch aus der Perspektive der Sicherung des Fachkräftenachwuchses höchst problematisch zu bewerten.“
ibw (Hrsg.), „Lehrlingsausbildung im Überblick 2015“ (2015), S. 43

Bayern einmal mehr Nr. 1:

„In vielen Bundesländern werden im beruflichen Bildungssystem verschiedene Modelle zur Integration von Flüchtlingen durchgeführt. Im Bildungsmonitor 2016 erreicht Bayern im Handlungsfeld ‚Berufliche Bildung‘ den Bestwert.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2016“ (2016), S. 112

Unerreichbare Eltern:

„School heads perceive less parental involvement in schools where a smaller percentage of students speak the language of instruction at home. This is the case in Belgium (Flemish Community), Bulgaria, Germany, Spain and Austria (all with statistically significant differences).“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 47

Arbeitslosenquote von Frauen mit Migrationshintergrund (Stand 2017):

„Mit 21,6% war die Arbeitslosenquote unter Türkinnen hoch, besonders auffällig war aber die Arbeitslosenquote unter Frauen aus Syrien/Afghanistan/Irak mit 66,6%.“
ÖIF (Hrsg.), „Frauen. Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration 2018“ (2019), S. 41

Woran das Miteinander oft scheitert:

„Oft fehlt die Brücke zwischen der Schule und der Familie. Dafür ist Sprache nicht der einzige Grund. Es gibt ja auch noch kulturelle Hürden und es gibt Desinteresse und es gibt Unsicherheit.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands a. D., Ansprache zum Bildungstag der ZEIT-Stiftung, Hamburg am 6. November 2015

Nordamerika versus EU:

„The majority of low-educated migrants lives in Europe (56 %), mostly in the EU15 (47 %), highlighting the fact that Europe tends to be more attractive for low-educated migrants, whereas North America is more attractive (or selective) for high-educated ones.“
Dr. Anda David u. a., „A descriptive analysis of immigration to and emigration from the EU: Where does the EU stand within OECD?“ (2016), S. 19

Einwanderungsland USA:

„Von allen hochgebildeten Migranten aus Drittstaaten leben weniger als ein Drittel (31 Prozent) in der EU und mehr als die Hälfte (57 Prozent) in den Vereinigten Staaten.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 7. Juni 2016

Luxemburg:

„Immigrants tend to be highly educated and 45.7 % of adult immigrants have a tertiary degree. Due to the high proportion of highly skilled migrants, the employment rate among immigrants (75.1 %) is higher than across the EU (71.6 %) and even than the native-born population (66.7 %).“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 183

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration nachzulesen.


„Zentrale und wichtige Säule unseres Schulsystems“:

„Das differenzierte Schulwesen ist eine zentrale und wichtige Säule unseres Schulsystems. Wir müssen unseren Kindern die bestmöglichen Bedingungen für ihre Entwicklung bieten. Nur in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen, werden sie ihre bestmöglichen Leistungen abrufen können. Die Schüler sollen nach ihren Begabungen und Fähigkeiten gefördert und gefordert werden.“
Mag. Iris Fries, regionalinfo24.at am 28. März 2019

Eders Diffamierung der AHS als „Sackgasse“ persönlicher Frustabbau über das Scheitern der eigenen Ideologie:

„Die AHS-Matura als Sackgasse zu bezeichnen, ist nicht nur unseriös, sondern zeugt auch von großem ideologischem Frust, der hier abgeladen wurde. Es ist allgemein bekannt, dass der Studienautor Ferdinand Eder, der diese Behauptung im Rahmen der Präsentation des Nationalen Bildungsberichts aufstellte, immer schon für die Gesamtschule eingetreten ist und denjenigen PolitikerInnen, die deren Einführung zum Glück erfolglos vorantrieben, Flankenschutz geboten hat.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte Vorsitzende der ÖPU, Leserbrief an die Kleine Zeitung, 28. März 2019

Von Englands und Frankreichs Gesamtschulerfahrungen lernen!

„Das Gegenteil dessen, was Österreichs Schulpolitik der Bevölkerung als Konsequenz eines staatlichen Gesamtschulwesens verkaufen wollte, ist in Europas traditionsreichen Gesamtschulstaaten Wirklichkeit. Das gesteht inzwischen auch die OECD ein.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 19

In einer OECD-Publikation nachzulesen:

„The performance of the best students at the end of primary education decreases during secondary education if they are not immediately placed in homogenous pre-university education (VWO) classrooms or gymnasium schools.“
OECD (Hrsg.), „Netherlands 2016 – Foundations for the Future“ (2016), S. 86

Niederlande:

„At the end of primary school, students are selected into one of the education tracks offering practical training, pre-vocational, general and pre-university secondary education.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), S. 174

Hollands ausgeprägte Leistungsdifferenzierung fördert NICHT sozioökonomische Segregation:

„The low academic inclusion in the Netherlands is not associated with greater socio-economic segregation of students across schools.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), S. 173

MOST school systems:

Most school systems aim to improve the effectiveness of teaching by sorting students into relatively homogeneous groups according to their level of achievement.“
OECD (Hrsg.), „Equations and Inequalities“ (2016), S. 90

Evidenz aus den USA:

„States where tracking is less prevalent tend to have a smaller proportion of high scorers.“
Brown Center (Hrsg.), „How well are American Students Learning?“ (2016), S. 23

Gescheiterte Strategien nicht immer wieder von Neuem an unschuldigen Kindern versuchen!

„Einheitsschulen, Ganztagsschulen, individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen – alle diese Maßnahmen erzeugen keine ‚Bildungsgerechtigkeit‘ (der Begriff gehört eingemottet). Wollen wir immer wieder mit längst gescheiterten Strategien aufs Neue scheitern? Es ist Zeit, sämtliche Tabus zu brechen.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, „Gymnasium Baden-Württemberg“, Nr. 3-4/2019, S. 26

Menschenwürde, Wertschätzung und Anerkennung statt „Gleichheit“:

„In der politischen Philosophie wird seit einiger Zeit die Frage diskutiert, ob Gleichheit überhaupt ein relevantes Kriterium für Gerechtigkeit sein kann. So bestreitet Harry Frankfurt, dass Gleichheit um ihrer selbst willen von moralischer Bedeutung ist. Gleichheit und Ungleichheit spielen zwar weiterhin eine Rolle, rücken aber an die zweite Stelle. An erster Stelle stehen Konzepte wie Menschenwürde, Wertschätzung und Anerkennung. Wie Avishai Margalit in seiner ‚Politik der Würde‘ ausführt, ist Ungleichheit nicht per se verwerflich, sondern nur, wenn sie mit Erniedrigung, Missachtung und Entwürdigung verbunden ist.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Herzog, Neue Zürcher Zeitung online am 29. März 2019

Hunderte bildungswissenschaftliche Aussagen über den hohen Wert der Differenzierung sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung nachzulesen.


Anteil der 11- bis 15-Jährigen, die nach eigener Angabe in den letzten Monaten mindestens zweimal in der Schule Opfer von „bullying“ waren (Stand 2013/14)

Niederlande:
Deutschland:
Finnland:
EU-Durchschnitt:
Frankreich:
England:
Österreich:
22 %
23 %
28 %
28 %
29 %
32 %
36 %
OECD (Hrsg.), „Health at a Glance: Europe 2018“ (2018), Figure 1.10.

Mobbing allgegenwärtig:

„Wir leben in einer Zeit, in der jeder der Coolste, Schönste oder Tollste sein will. Das macht Druck. Ein Weg, sich selbst zu stärken, ist, andere schlechter darzustellen. […] Es trifft oft Kinder, die vielleicht etwas anders aussehen, sich ein bisschen schwerer tun, vielleicht etwas dicker sind, etwas anderes anziehen oder anders sprechen. […] Es spielt sich wirklich in allen Klassen in Österreich ab, beginnend bei der Volksschule. Cybermobbing ist Standardthema.“
Dr. Ursula Gottweis, Psychotherapeutin, NEWS online am 25. Februar 2019

„Eine zunehmend seltenere Erfahrung“:

„Dass auf ein regelverletzendes Verhalten eine spürbare Konsequenz erfolgt, wird für viele junge Menschen heutzutage eine zunehmend seltenere Erfahrung.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 50

Die pädagogische Mitte entdecken!

„Zwischen Hilflosigkeit gegenüber Schüleraggression und dem düsteren Karzer vergangener Epochen müsste es doch Möglichkeiten geben, Missetäterinnen und Missetäter spüren zu lassen, dass Fehlverhalten nicht akzeptiert wird und Konsequenzen nach sich zieht!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Die 5 OECD-Staaten, in denen die meisten SchuldirektorInnen physische und psychische Gewalt unter SchülerInnen als Hindernis für den Unterrichtserfolg wahrnehmen (Stand 2015)

  1. Niederlande
  2. Belgien
  3. Finnland
  4. Deutschland
  5. Österreich
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), Table II.3.12

Die Wahrheit hinter den Fassaden des Schönredens:

„Immer stärker sind die erzieherischen Voraussetzungen erst zu legen, damit Unterricht überhaupt stattfinden kann. Dass in der Folge das erreichbare fachliche Niveau zunehmend sinkt, will zwar in der Bildungspolitik niemand zugeben, ist aber unübersehbar.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 15f

Startvorteil der Mädchen:

„Boys get roughly the same academic return to social and behavioral skills as their female peers, but girls begin school with more advanced social and behavioral skills and their skill advantage grows over time.“
Univ.-Prof. Dr. Thomas A. DiPrete u. a., „Social and behavioral skills and the gender gap in early educational achievement“ (2011)

Bildung ist mehr:

„Zwei nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale, die auf den späteren Lebenserfolg (Beruf, Partnerschaft etc.) und die optimale Potenzialentfaltung nachweislich wesentlichen Einfluss haben, sind Selbstkontrolle und Durchhaltevermögen.“
Mag. Florian Schmid. In: özbf (Hrsg.), „begabt & exzellent“, Ausgabe 2, 2018, S. 5

„Non-cognitive skills“ hochrelevant:

„Non-cognitive skills such as patience, self-control and conscientiousness, and preference parameters such as attitudes towards risk have been shown to be highly predictive of outcomes ranging from educational attainment, occupational and financial success to criminal activity and health outcomes. […] In fact, the predictive power of non-cognitive skills appears to rival that of cognitive skills.“
Univ.-Prof. Dr. Sule Alan u. a., „Ever Failed, Try Again, Succeed Better“ (2016), S. 2

Schluss mit dem Verdrängen!

„Das Problem Aggression von Schülern gegenüber Lehrern wird noch viel zu oft tabuisiert.“
Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD Tirol, Tiroler Tageszeitung online am 17. März 2019

„Accountability“ kostet Bildung:

„Over the last few decades, the proportion of students receiving arts education has shrunk drastically. This trend is primarily attributable to the expansion of standardized-test-based accountability, which has pressured schools to focus resources on tested subjects. As the saying goes, what gets measured gets done.“
www.brookings.edu am 12. Februar 2019

Dramatischer Kollateralschaden:

„Dass mit PISA verschärft über Bildung debattiert wurde, mag ja gut gewesen sein. Aber der Kollateralschaden der Fixierung auf PISA war eine dramatische Verarmung des Bildungsverständnisses. Bildung oder das, was man dafür halten soll, wurde auf das Messbare und auf das hohle Geschwafel um Kompetenzen reduziert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Juli/August 2017, S. 15

Mündigkeit des Individuums:

„Alle Kenntnisse, alle Fähigkeiten, die im Zuge eines Bildungsprozesses angeeignet, erworben, geübt und weiterentwickelt werden, dienen nicht nur der Eingliederung eines Menschen in eine vorgegebene Welt, sondern sind auch Vorbedingung für die Formung einer mündigen Person.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Verzicht auf externes Evaluieren:

„Finns want to avoid the disadvantages often associated with external standardised testing – narrowing of the curriculum, teaching to the test, and unhealthy competition among schools.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 175

Vertrauen statt Druck von oben:

„Wir sollten uns beim Testen an Finnland orientieren. […] Dort vertraut man im Gegensatz zu anderen Ländern den LehrerInnen und ihrer Expertise und erreicht auf diesem Weg offensichtlich mehr, als andere durch Testdruck erzwingen wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 7

„Pressure to succeed in a narrow range of subjects”:

„The need to judge the success or failure of educational policy through standardised evidence has led to a focus on measuring 'outcomes' through testing. […] It is rare that other subjects are accorded equal importance in policy discussions, or that goals such as personal fulfilment and wellbeing are valued. As a result, schools put children under pressure to succeed in a narrow range of subjects, while either overtly or implicitly labelling them as successes or failures during the process. Meanwhile activities that can foster the development of personality and counterbalance stress, such as sport, music, dance and art, are squeezed.“
Eurydice (Hrsg.), „Focus on: Mental Health in education: an unspoken issue of our age“, 19. Dezember 2017

PISA-Illusionen zerplatzt:

„Inzwischen sind zumindest die großen Hoffnungen, die die Politik parteienübergreifend auf PISA gesetzt hat, enttäuscht. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass inzwischen alle Universitäten aller Bundesländer Brückenkurse für die Abiturienten anbieten müssen – weil ein geordneter Lehrbetrieb in den Anfangssemestern gar nicht mehr stattfinden kann. PISA hat Schule hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Absolventen offensichtlich nicht zu verbessern geholfen.“
Univ.-Prof. Dr. Volker Ladenthin, „Warum Demokratie ohne Bildung nicht demokratisch ist – und Bildung ohne Demokratie nicht gut geht“.
In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 180

Fatale Verengung:

„Durch diese Reduktion auf nur drei Kompetenzen geht genau das an Bildung verloren, was eigentlich das Wesen von Bildung ausmachte, nämlich die Vielfalt, die unterschiedlichsten Dimensionen des Lebens, die unterschiedlichsten Dimensionen von Kultur und Gesellschaft, die unterschiedlichsten Formen von Weltaneignung, Weltverständnis und Selbstverständnis, die immer im Fokus von Bildungskonzepten und Bildungsanstrengungen gestanden sind.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bundeslehrertag 2019 der ÖPU Oberösterreich, 27. März 2019

Personalität, Freiheit und Selbstbestimmung:

„Change-Management strebt nicht einfach eine andere Form der Erreichung der tradierten Ziele von Bildung und Erziehung an, sondern es negiert und unterläuft deren Grundlagen, nämlich Personalität, Freiheit und Selbstbestimmung in Verantwortung.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Keine Alternative? Schule und Unterricht ohne Formatierung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 226

Bildungsreformen VOR ihrer Einführung auf Qualität prüfen!

„Der Glaube, dass Reformen des Bildungs- und Unterrichtssystems immer Verbesserungen darstellen, muss endlich abserviert werden.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Mai 2018, S. 40

Schulwesen braucht und verdient mehr Ressourcen:

„Wer Österreichs öffentlichem Schulwesen die notwendigen Ressourcen verweigert, zwingt es in die Knie. Jene Eltern, die es sich leisten können, werden für ihre Kinder dann andere Wege finden und für einen Schulplatz mehr zahlen, als andere verdienen. Eine solche Entwicklung möge Bildungskonzernen wie Pearson oder der Wirtschaftskammer gefallen, für mich wäre sie eine Horrorvision.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 3

Ressourcen statt Privatisierung!

„Mehr Ressourcen, vor allem auch fürs Gymnasium, müssen endlich her, denn in vielen Ländern lautet die Alternative zu einem stiefmütterlich behandelten öffentlichen Schulwesen schlicht Privatschule.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Eine Frage der Priorität:

„Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung zukommt.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2018), S. 122

Wo Bildung der Politik fast doppelt so viel wert ist:

„Der ‚Tigerstaat‘ Singapur, der innerhalb weniger Jahrzehnte den Sprung vom Entwicklungs- zum reichen Industrieland geschafft hat, lässt sich die Bildung einiges kosten. Fast 20 Prozent des staatlichen Budgets fließen in den Sektor. Zum Vergleich: In Österreich sind es etwa elf Prozent.“
Der Standard online am 30. August 2018

Erfolgsgeschichten durch Bildungsanstrengungen:

„Die größten Erfolgsgeschichten durch Bildungsanstrengungen schreiben ostasiatische Staaten wie China, Südkorea und vor allem der Stadtstaat Singapur. Die frühere britische Kolonie ist mittlerweile Bildungsnation Nummer eins in der Welt. Dabei war Singapur zu Beginn der staatlichen Unabhängigkeit ein bettelarmes Land. […] Singapur gibt seit 2000 konstant zwischen 17 und 20 Prozent seines Staatshaushaltes für Bildung aus. In Deutschland und Österreich sind es seit Anfang der 1990er Jahre nur zwischen neun und elf Prozent.“
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (Hrsg.), Pressemeldung vom 19. Juli 2018

Vietnam:

„The Government holds that education is a priority national policy and strongly believes that investing in education is indeed investing in future development.“
Nguyen Van Tuan u. a., „Talent Support in Vietnamese Education“. In: Győri, „International horizons of talent support II.
Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 191

„To invest in education”:

„The history of several countries (e.g. Finland, Singapore, Japan) has shown that the only means to overcome a crisis, economic difficulties, is to invest in education, in the most efficient development of the talented.“
Dr. Andrea Frank u. a., „Freedom and Creativity – Programmes of the Israel Center for Excellence through Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 85

„Putting youth on promising career tracks“:

„Investment in human capital is a key factor in facilitating transitions from school to work and putting youth on promising career tracks.“
Dr. Glenda Quintini u. a., „Same Same but Different: School-to-work Transitions in Emerging and Advanced Economies“ (2014), S. 24

Endlich einmal eine zweckdienliche Reform!

„Fast unvorstellbar, was Österreichs Schule zusätzlich leisten könnte, würden ihr die Ressourcen zur Verfügung gestellt, die Englands Schulwesen zur Verfügung stehen, nämlich ein um mehr als die Hälfte größerer Anteil am Bruttoinlandsprodukt. DIESES Experiment wäre Österreichs Jugend zu vergönnen. DIESE Bildungsreform würde ich gerne erleben.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 20

Sparen auf Kosten der Jugend beenden!

„Um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Chancen für unsere Jugend nicht verschlechtern wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 7

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zur Finanzierung des Bildungswesens auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/bildungsinvestitionen.


Ergänzung, nicht Ersatz:

„Wann immer es um Pädagogik geht, ist – solange wir Menschen als Menschen behandeln und nicht als Maschinen – die Investition in Menschen einer technisch zwar interessanten, pädagogisch aber wenig sinnvollen Investition vorzuziehen. Technik hat dem Menschen zu dienen. Virtual-Reality-Welten dürfen die reale Welt nicht ersetzen; sie sind dazu nicht geeignet. Sie können diese nur ergänzen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Süddeutsche Zeitung online am 28. Jänner 2019

Auf die Qualität kommt es an:

„Ich halte nichts davon, das Medium in den Vordergrund zu schieben und zu sagen, der Unterricht muss jetzt digital ablaufen. Der Unterricht muss zuerst und vor allem fachlich gut sein, und wenn digitale Medien einen guten Beitrag dazu leisten können, kann man das ja machen. Ich habe nur Sorge, dass gegenwärtig im politischen Diskurs angenommen wird, der Unterricht wird grundsätzlich besser, wenn wir ihn digital gestalten. Das glaube ich nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Thein, Standard online am 2. April 2019

Metastudie über digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe:

„In der Metastudie zeigt sich, dass der positive Einfluss der digitalen Unterrichtsmedien auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler höher ist, wenn neben digitalen Medien zusätzlich traditionelles Material verwendet wurde.“
Delia Hillmayr M.Sc. u. a., „Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe“ (2017), S. 11

Was von ehemaligen Finnlandfans kaum erwähnt wird:

„Finland […] has the lowest proportion of teachers using information and communication technologies (ICT) for students’ projects or class work (18 %) of all EU countries.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2014 – Finland“ (2014), S. 4

Goldener Mittelweg:

„Der Einsatz technologischer, vor allem digitaler Instrumente löst nicht unsere Herausforderung im Bildungssystem. Ich sage aber auch: Es hat keinen Sinn, in der Schule künstlich einen digitalfreien Raum zu schaffen, wenn rundherum die Geräte das Leben der Kinder mitbestimmen. Deswegen führt eine digitale Apartheid zu wenig. Weder das eine noch das andere – Glorifizieren oder Verdammen – ist in seiner Radikalität richtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 3. September 2018

„A call for moderation”:

„As students become more and more connected, will they become more effective learners? While PISA cannot prove cause and effect, the findings are not particularly promising. In every school system, students who reported using the Internet more frequently scored lower in science than students who reported using the Internet less frequently. […] These results are not necessarily a call for digital abstinence, but a call for moderation.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 83“ (April 2018), S. 4

Methodische Konzepte entwickeln!

„Es müssen methodische Konzepte erarbeitet werden, wie Informations- und Kommunikationstechnologien gewinnbringend und zielführend eingesetzt werden, damit ihr Einsatz auch einen Mehrwert schafft und nicht überlegene traditionelle Unterrichtsmethoden ersetzt werden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 131

Gescheiterte Heilslehren:

„Wenn es eine sichere Erkenntnis der Unterrichtsforschung gibt, dann die, dass es keinen Königsweg zu gutem Unterricht gibt.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Wirtschaftswoche online am 28. September 2016

Qualität statt Quantität:

„Man sollte die zahllosen Dinge, für die man keinen Computer braucht, auch weiterhin ohne diese Geräte machen. Es muss nicht gleich jedes Arbeitsblatt für die Schule digitalisiert werden.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, Der Standard online am 4. März 2019

Auf die ersten Lebensjahre kommt es an:

„‚Von Anfang an gehen aufgrund uneinheitlicher Startbedingungen sehr viele Chancen verloren. Auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten ist dieses Defizit nur schwer auszugleichen. Wir müssten früher, in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten, mit individuellen Fördermaßnahmen ansetzen.‘ Ob einem Kind daheim vorgelesen oder mit ihm gesprochen werde, oder Kinder nur vor Fernseher oder Computer sitzen, mache einen massiven Unterschied aus.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Frühkindliche Stimulation:

„There is evidence that, in general, children from lower SES families experience less developmentally enhancing activities at home, exposure to books, reading, and verbal interactions with parents in comparison to higher SES children. And that parental cognitive stimulation affects student intrinsic motivation above and beyond the effect of SES.“
Dr. Daniel H. Caro, „Socio economic gaps in subject interest: the mediating role of parental cognitive involvement“. In: „Large-scale Assessments in Education“ (2018), 6:13, S. 6

Frühe Prägung:

„Children’s ability to regulate their emotions in early childhood is associated with later adjustment in multiple domains including social competence, lowered behavior problems, and mental health.“
Dr. Nicole Perry u. a., „Childhood Self-Regulation as a Mechanism Through Which Early Overcontrolling Parenting Is Associated With Adjustment in Preadolescence“ (2018), S. 2

Parent-child interactions:

„Psychologists suggest that the most crucial aspect of a child’s language development and cognitive development is the interaction between adult (parent) and child. Therefore, the quality of parent-child interactions may be critical to the development of the social-emotional and cognitive development of a child. This can be accomplished at home through conversation, positive and warm interactions between parents and child, emerging literacy skills and school readiness. […] Furthermore, parent-child interactions that are marked with mutual expressions of emotions such as shared laughter, smiling, and affectionate touch can also improve the quality of the relationship between parent and child and promote a secure attachment.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 15

Die Würfel fallen schon vor dem Kindergarten:

„Early academic skills are strongly associated with educational attainment during later childhood and adolescence. In a meta-analysis and subsequent study using the Early Childhood Longitudinal Study, Kindergarten Class of 1998-1999, both reading and numeracy skills at the beginning of kindergarten were strongly related to reading achievement at age 10 to 11.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 27

Literacy experiences at home:

„Extending and improving young children’s literacy experiences at home appears to be an effective way to improve children’s literacy development overall.“
Dr. Frank Niklas u. a., „Intervention in the home literacy environment and kindergarten children’s vocabulary and phonological awareness“.
In: „First Language“ (2017), Vol. 37(5), S. 434

Elternhäuser wertschätzen und stärken:

„‚Was ein Kind evolutionär, psychologisch, neurobiologisch braucht, sind zuerst einmal seine Eltern, oder wenigstens die Mutter.‘ Viel zu früh werden Kinder seiner Meinung nach aus den Familien gerissen und in Kitas ‚fremdbetreut‘. Anstatt mehr Kitas zu bauen und immer mehr Geld in das frühkindliche Betreuungssystem zu investieren, sollte man nach Ansicht des Forschers lieber die Familien finanziell stützen.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Aussagen zur Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


„Nur“ eine Frage des Könnens?

„Beim internationalen Vergleich von Testergebnissen wird oft der Fehler gemacht, dass man die Rahmenbedingungen in den verglichenen Ländern ausblendet. Ich bezweifle übrigens, dass dies unabsichtlich passiert.”
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 6

OECD & Co:

„Ich halte es für verhängnisvoll, diesen Institutionen so viel Bedeutung beizumessen, obwohl sie klare Interessen vertreten. Die OECD fordert beispielsweise Mantra-artig ‚hohe Akademikerquoten‘. Länder wie Spanien oder Italien, die dieser Forderung gefolgt sind, haben heute mit einer beunruhigenden hohen Akademiker-Arbeitslosigkeit zu kämpfen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Money, money, money:

„Investoren, allerlei Vertretern privater Interessen sowie internationalen Organisationen ist es in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten in Europa immer mehr gelungen, erheblichen Einfluss auf die Institutionen der öffentlichen Dienste in den verschiedenen Ländern zu nehmen – ein beunruhigender Umstand, der viele Fragen aufwirft.“
Dr. Beat Kissling, „Demokratie und Bildung im globalisierten Europa – die Geschichte einer schleichenden Usurpation.
Zum Hintergrund der Bildungssteuerung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 129

Die Motivation der „Bildungsverbesserer“:

„In der neuen Bildungswelt geht es um Geld, um viel Geld – nach Schätzungen des Bankhauses Merrill Lynch liegt das Finanzvolumen des globalen Bildungsmarkts bei etwa 2.000 Milliarden US-Dollar – pro Jahr.“
Dr. Herbert Renz-Polster, „Die Kindheit ist unantastbar (2014), S. 86f

Bildung vor und nach PISA:

„Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit gilt der OECD heute sogar als Schlüsselkompetenz. […] Bei allem Dissens über Bildungsfragen gerade in der deutschen Diskussion war vor Pisa unbestritten, dass Bildung mit Anpassung nichts zu tun hat, im Gegenteil.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, seit 26. Jänner 2019 Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2013

Ware Bildung:

„Kindererziehung, Ausbildung und Bildung wurde in den letzten 30 Jahren radikal den Zugriffen des Marktes ausgesetzt.“
Mag. Bernhard Heinzlmaier u. a., „Generation Ego – Die Werte der Jugend im 21. Jahrhundert“ (2013), S. 39

Bildungspolitik von der Leine der OECD nehmen!

„Das Bildungswesen entgleitet insgesamt der demokratischen Verantwortung des Souveräns und wird postdemokratisch.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Imperative des ‚Wandels‘: Schulreform in der Postdemokratie“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 25

Bittere Bilanz der „Bildungsreformen“:

„PISA war der Bahnbrecher für den heute auf allen Feldern gängigen Vermessungswahn, für den irrwitzigen Glauben, Bildungsleistungen ließen sich in Zahlenkolonnen pressen, um daraus Tabellen nach dem Vorbild der Fußballbundesliga zu machen. Mit dem klassischen Bildungsbegriff, mit Aufklärung, Selbstbestimmung, Mündigkeit und Vernunft hat das nichts mehr gemein.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Widerstand im Interesse von Bildung, Wissenschaft und Demokratie!

„Zwanzig Jahre PISA und Bologna haben die Wirkung der Kontrollmacht auf Bildung und Wissenschaft – und Demokratie aufgezeigt. Sie scheinen jeweils im gesteuerten Wandel ohne Widerstand aufzugehen. Der Kompetenzbetrieb hat längst zum schleichenden Entzug der Kompetenz der Handelnden vor Ort geführt; die Kontrollgesellschaft zu persönlichem und demokratischem Kontrollverlust.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, „Ohne Widerstand? Was Bildung und Wissenschaft auszeichnet“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 48

Zurück zu pädagogischer Freiheit statt des Autonomie-Gefasels!

„[Es ist …] notwendig, darauf zu achten, dass die Definitionsmacht über das, was schulische Bildung ist und sein soll, nicht in einem Maße aus der Schule abwandert, das es ihr unmöglich macht, den Unterricht, das Lernen und die Leistungsbeurteilung entsprechend ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zu gestalten.“
Dr. Felix Winter, „Verfahren zur Erbringung, Überprüfung und Beurteilung von Leistungen in der Schule“.
In: Lin-Klitzing u. a., „Leistungsstandards und Leistungsbewertung an Gymnasien und Universitäten“ (2017), S. 68

Höchste Zeit für scholé!

„Es ist […] kein verstaubter humanistischer Traum, wenn man darauf verweist, dass Bildung scholé braucht: Wie das griechische Wort für Muße nahelegt, muss Bildung für Schüler wie für Lehrer mit einem Freiraum verbunden sein, der eine humane Entwicklung für beide Seiten überhaupt erst ermöglicht.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 17

Für eine Schule, die sich als Ort der Bildung versteht:

„Bildung fragt danach, inwiefern Menschen durch das Wissen, durch die Kenntnisse, die sie erwerben, durch die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie trainieren, in ihrer Persönlichkeit geformt und geprägt werden. Rein formale Kompetenzen haben deshalb mit Bildung wenig zu tun. Gebildet ist nicht derjenige, der eine Lesekompetenz aufweist, sondern derjenige, der ganz bestimmte Bücher gelesen hat und durch sie geprägt wurde.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 17. September 2017

Wider den Trend zur Oberflächlichkeit:

„Damit Lerner in den Bereich des Tiefenverständnisses kommen können, der als sinnstiftendes, kreatives und problemlösendes Denken das Ziel von Bildung darstellt, müssen sie ein gewisses Maß an reproduzierbarem Wissen erworben haben. Allein zu wissen, wo etwas steht und wo eine Information aufzufinden ist, reicht nicht aus. Tiefenverständnis basiert auf Oberflächenverständnis. Und damit Schüler das weiterverarbeiten können, müssen die Fakten im Kopf sein – und nicht in Rechnern.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Oktober 2018

Plädoyer für die Vermittlung von Wissen:

„Auch wenn es den Bildungsexperten im Herzen weh tun mag, der Sinn der modernen Schule - neben den ökonomischen Notwendigkeiten, die etwa zu Alphabetisierungsprogrammen geführt haben - bestand und besteht darin, die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse von einigen Jahrtausenden menschlichen Strebens nach Wissen zu bündeln, zu systematisieren und zu vermitteln, um überhaupt erst Grundlagen zu schaffen, auf denen sich jene Kreativität und Originalität entfalten können, von denen alle schwärmen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 13. September 2014

Das Diktat der Kompetenzorientierung:

„Jeder Kanon steht im Verdacht, die postulierte Gleichwertigkeit aller kulturellen Erzeugnisse infrage zu stellen, die Lust an alten Sprachen und an der Schönheit der Mathematik wird durch Praxisorientierung gehörig sabotiert, und die Lektüre von Texten, die nicht dem Erwerb problemlösungsorientierter Kompetenzen untergeordnet werden können, ist verpönt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 16. September 2017

Höchste Zeit für BILDUNGspolitik:

„Erstaunlich ist, wie kaltschnäuzig Österreichs Kompetenzfetischisten Liessmann seit Jahren ignorieren. Dass dies so locker möglich ist, zeigt, wie weit sich die ‚Bildungspolitik‘ von der Bildungsphilosophie entfernt hat. Auf die Nähe von Bildungswissenschaft, Bildungsphilosophie und Lehrergewerkschaft in so grundlegenden Fragen der Bildung bin ich übrigens sehr stolz.“
Mag. Georg Stockinger, stv. Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, FCG/ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Juli 2018, S. 6

Verarmung von Bildung:

„Mit der Kompetenzenpädagogik findet eine operationalistische Verarmung von ‚Bildung‘ statt: Bildung ist das, was Pisa misst oder die OECD auszuzählen vorgibt, so scheint es.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 93

Den Menschen stärken:

„Die breite Förderung von Kreativität im Rahmen von Schule und guter Kunstunterricht für die Heranwachsenden bilden einen soliden Schutzfaktor für die eigene Lebensfitness und Fähigkeit, sich flexibel auf neue Lebensbedingungen einzustellen.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 296

Demokratische Wachsamkeit ist angesagt:

„Lehrerinnen und Lehrer leisten ja einen wesentlichen Beitrag zur Demokratisierung bzw. Ermöglichung von Demokratie, indem sie junge Menschen befähigen, individuelle und öffentliche Lebensräume fantasievoll und verantwortlich gestalten zu können. Dazu sind vor allem Artikulationsfähigkeit, eigenständige Reflexion und Denken in Alternativen nötig. Das scheint mir sehr schwierig zu sein, wenn Lehrende wie Lernende zunehmend nur noch Vorgaben erfüllen, Arbeitsanweisungen abarbeiten und Kästchen ausfüllen. Demokratische Wachheit und Wachsamkeit verträgt sich nicht mit blinder Normerfüllung.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Eine Schule, die „zum Analphabetismus verurteilt“:

„Wer in eine Schule geht, in der aufgrund vorgegebener Bildungsstandards und anwendungsorientierter Kompetenzen diese Liebe zur Literatur nicht mehr vermittelt werden darf, wird zum Analphabetismus verurteilt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 147

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Dänemark:

„In general, immigrant students perform less well than their native peers. In the Danish case, the share of immigrant students has an additional negative effect on student performance, when the share of immigrants exceeds a tipping point estimated to be around 50 per cent.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 118

Grenzen des Machbaren:

„The empirical evidence to date, both from the US and Europe, indicates that having a high share of immigrants in the class has detrimental effects on children with an immigrant background.“
Dr. Maria de Paolo u. a., „Education as a tool for the economic integration of migrants“ (2016)

Österreich im europäischen Spitzenfeld:

„In only a few education systems do 10 % or more students attend schools where less than a quarter of students speak the language of instruction at home (Belgium – Flemish Community, Bulgaria, Germany, Latvia, Austria and the United Kingdom – England).“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 47

Frühe Intervention in Holland:

„In the Netherlands, young children, especially those from disadvantaged backgrounds, are entitled to receive language-development support. These children can participate in early childhood and education targeted programmes that provide support before and during the first years of school. All toddlers (2.5 to 4 years old) who are part of this programme receive 10 hours of language development per week. For the rest of the day, targeted toddlers attend the same early childhood and education programme as their non-targeted peers.“
OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), S. 271

Österreichs spezielles Problem:

„Austria faces challenges in increasing the participation of children from certain backgrounds in Early Childhood Education and Care (ECEC) (such as immigrant children), facilitating a smoother transition between ECEC and primary education, and reducing the achievement gaps between students from disadvantaged or immigrant backgrounds and their peers.“
OECD (Hrsg.), „Education Policy Outlook. Austria“ (2017), S. 4

Sozioökonomische Herausforderung:

„2017 hatten nur noch knapp 15% der österreichischen Frauen ausschließlich einen Pflichtschulabschluss, der Wert bei Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit lag noch bei 28%. […] Knapp 66% der türkischen und fast 40% der ex-jugoslawischen Migrantinnen verfügten nur über einen Pflichtschulabschluss.“
ÖIF (Hrsg.), „Frauen. Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration 2018“ (2019), S. 30

Von Österreichs Politik jahrzehntelang ignoriert:

„On average across OECD countries, immigrant students who do not speak the language of assessment at home are around eight percentage points less likely to be academically resilient (defined as scoring at least Level 2 in PISA in reading, science and mathematics) than native-speaking immigrant students.“
Mag. Dr. Neda Forghani-Arani u.a., „The lives of teachers in diverse classrooms“ (2019), S. 12

Im OECD-Mittel beträgt dieser Rückstand 8,3 Prozentpunkte, in Österreich sogar 13,7 Prozentpunkte. (Quelle: OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), Fig. 5.5a)

Finnlands Schulwesen scheitert schon an seinen wenigen MigrantInnen:

„The literacy disparity between the native-born children of the foreign-born and those with native-born parents is the largest among surveyed countries.“
OECD (Hrsg.), „Finding the way: A discussion of the Finnish migrant integration system“ (2017), S. 18

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration nachzulesen.


Sinnlose Namensschildpolitik:

„Wenn das Namensschild der Schule ausgetauscht würde: Glauben Sie nicht, dass es dann keine Differenzierung der Schulen mehr gibt. Es gibt dann halt private und öffentliche Schulen, oder Meinungen, wonach eine Schule besonders gut ist, eine andere weniger. Ich persönlich habe das amerikanische High-School-System kennengelernt, so gesehen eine gemeinsame Schule für Zehn bis 18-Jährige. Und wenn man da ein bisschen genauer hinschaut, sieht man eine Menge von Differenzen in diesem System.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorarlberger Nachrichten online am 27. Februar 2019

„Gesamtschulstaat“ Dänemark:

„The share of students attending private schools, including continuation schools, increased from 16.9 per cent in 2008 to 19.1 per cent in 2013. Thus, the Folkeskole faces increased competition from private schools.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 36

„Gesamtschulstaat“ England:

„National sources point to significant inequalities based on gender, ethnicity and socioeconomic background in the English education system.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 290

England:

„Children from most disadvantaged backgrounds who attained high cognitive test scores at age 7 performed worse than their lower achieving counterparts from the least disadvantaged families by age 14-16.“
UNICEF (Hrsg.), „Poverty and Children’s Cognitive Trajectories: Evidence from the United Kingdom Millennium Cohort Study“ (2016), S. 7

Frankreich:

„Pupils’ performance is strongly linked to their socioeconomic background. Too many young people leave education with few or no qualifications.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 99

Großbritannien:

„Some 15 % of disadvantaged students in the United Kingdom are 'socially and emotionally resilient', meaning that they are satisfied with their life, feel socially integrated at school and do not suffer from test anxiety.“
OECD (Hrsg.), „Equity in Education: Breaking Down Barriers to Social Mobility. Country Note United Kingdom“ (2018), S. 2

Im OECD-Durchschnitt sind es 26 %, in Österreich 28 %.

Vielfalt statt staatlicher Monokultur:

„Ich habe die Vorstellung eines sich verzweigenden Strauchs: Am Anfang steht die Grundschule, in der es vor allem – aber nicht nur – um die Vermittlung von gemeinsamen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen geht, und danach differenziert sich das immer mehr aus, bis dieser individuelle Bildungsweg gediehen ist.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 101

Hoffentlich nicht!

„Letztlich bewegen wir uns auf ein angloamerikanisches System der Zweiteilung der Bevölkerung auch im Bildungswesen zu: Ein Billigabitur für fast alle und Eliteschulen und -unis für die gut Betuchten, wie man das in Frankreich, England und den USA schon lange kennt.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Bayern weiß um die Stärke seines Schulwesens:

„Unser differenziertes Bildungssystem eröffnet vielfältige Optionen und Perspektiven, die dem einzelnen Menschen und seinen Talenten bestmögliche Entfaltung ermöglichen. Die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bieten passgenaue Angebote für jeden jungen Menschen und seine persönliche Berufs- und Lebensplanung.“
Herbert Püls, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus.
In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 19

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

Hunderte bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen „Gesamtschule/Differenzierung“ und „Chancengerechtigkeit sind auf www.bildungswissenschaft.at nachzulesen


Reformitis lässt LehrerInnen rotieren:

„Das permanente Rotieren entfremdet von der eigenen pädagogischen Professionalität und soll bereit machen, unbegründete Vorgaben nicht nur auszuführen, sondern selbst zu wollen. Der hechelnde Lehrer-Hamster soll auch selbst wollen, was er soll.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 18

Qualität statt Hektik!

„Kaum eine der Reformen der letzten Jahre hat das Evaluierungsstadium erreicht. […] Ist der Grund dafür vielleicht, dass man sich nicht den negativen Folgen der eigenen Reformen stellen will? Sind die Gründe für viele Reformen der letzten Jahre eher im ideologischen oder wirtschaftlichen Bereich zu suchen als im tatsächlichen Verbesserungswillen, oder geht es eventuell darum, nach außen hin Innovationsbereitschaft zu zeigen?“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 23

„All diese guten Ideen“:

„Niemandem fällt auf, dass es bei all diesen guten Ideen um alles Mögliche gehen mag – um Interessen der Internetkonzerne, um geschönte Statistiken, um sozialromantische Utopien und um beeindruckende Abiturnoten – aber nicht um Bildung.“ 
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Der Weg, der Baden-Württembergs Schulwesen abstürzen ließ:

„Im Vergleich mit anderen Bundesländern hatten wir in Baden-Württemberg in den vergangenen 15 Jahren eine Reformwut, bei der auf eine systematische Begleitung und Evaluation der Reformergebnisse verzichtet wurde.
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Stuttgarter Nachrichten online am 28. August 2017

„Unheilige Allianz“:

„Die unheilige Allianz zwischen den neoliberalen Apologeten des Wettbewerbs und den menschenfreundlichen Illusionspädagogen gehört […] zu den impliziten Voraussetzungen der deshalb oft widersprüchlichen Reformanstrengungen im Bildungsbereich.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 23

Auf dem Rücken der Schwächsten:

„Dass die allermeisten Reformen gerade denen schaden, denen sie zugutekommen sollten, nämlich den sozial Schwächsten, wird verdrängt. Die Kinder aus ‚gutem‘ Hause bekommen die Verirrungen der Schulpolitik durch elterliches Zutun kompensiert, die Kinder aus ‚bildungsfernen‘ Häusern aber bleiben in ihren Herkunftsmilieus eingekerkert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik –
eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Widerstand gegen Unfug von oben!

„Wir müssen nicht akzeptieren, was von oben kommt, sondern wir gestalten mit und wir werden im besten Fall davon überzeugt. Und wenn wir nicht davon überzeugt sind, müssen unsere Argumente gehört werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
Bundeslehrertag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Wie wahr!

„In some countries, innovative change has been implemented without the care and diligence needed or appropriate prior testing, experimentation and evaluation.“
OECD (Hrsg.), „Schools at the crossroads of innovation in cities and regions“ (2017), S. 14

„Pseudoakademisierung“:

„Was hier als höherer Grad an Akademisierung daherkommt, ist eine Pseudoakademisierung zulasten der beruflichen Bildung und des Fachkräftenachwuchses.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Cicero online am 11. Jänner 2019

Tendenz stark steigend:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder sind in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen 50 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer Absolventen des Tertiärbereichs.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 59

Anteil 25- bis 29-Jähriger mit tertiärem Bildungsabschluss (Stand 2017)

Großbriannien:
Schweden:
Österreich:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Deutschland:
46,4 %
43,9 %
39,8 %
38,0 %
35,9 %
28,6 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 18. März 2019

Kritischer Wert überschritten:

„In den Vereinigten Staaten hat die Akademisierung längst einen kritischen Wert überschritten. Von den etwa 70 Prozent eines Jahrgangs, die ein Studium am College beginnen, hat im Alter von 25 Jahren nur etwa die Hälfte tatsächlich einen Abschluss erreicht. Und von diesen Absolventen sind wiederum etwa die Hälfte arbeitslos, oder sie arbeiten in Jobs, die nicht ihrem formalen Ausbildungsstand entsprechen.“
Dr. Rainer Bölling, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 4. Dezember 2014

OECD-Irrweg:

„Der generelle Trend, immer mehr Berufsausbildungsgänge zu Hochschulstudiengängen umzubilden, ist falsch.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 16

Chinas „Ameisenvölker“:

„Das Phänomen der arbeitslosen Akademiker ist in China mittlerweile so weit verbreitet, dass es einen eigenen Namen bekommen hat: Man nennt sie die sogenannten Ameisenvölker (yizu). Diese Studienabgänger arbeiten – ohne Sozial- und Krankenversicherung – im Dienstleistungssektor, im Verkauf, der IT-Branche oder in der Werbung. Aufgrund ihres niedrigen Einkommens sind sie mehrheitlich gezwungen, in engen und improvisierten Unterkünften zu leben. Sie sind zwar gut ausgebildet, aber gesellschaftlich marginalisiert.“
Univ.-Prof. Dr. Barbara Schulte, „Chinas Bildungssystem im Wandel: Elitenbildung, Ungleichheiten, Reformversuche“ (2014), S. 11

Armutsgefährdete AkademikerInnen:

„Laut Statistik Austria ist die Wahrscheinlichkeit, in Österreich zu den Armutsgefährdeten zu gehören, für AbsolventInnen von Hochschulen oder Akademien bereits größer als für die einer Lehre oder mittleren Schule; für MaturantInnen, die der Matura keinen tertiären Bildungsabschluss folgen ließen, ist das Armutsgefährdungsrisiko sogar um die Hälfte größer als für AbsolventInnen einer Lehre oder mittleren Schule.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, quintessenzen.at am 12. Mai 2018

„Das ist Unsinn“:

„Alle sollen studieren. Weil wir in einer sogenannten Wissensgesellschaft leben. Aber das ist Unsinn. Der Arbeitsmarkt hat gar nicht genug Platz für so viele Akademiker. Zehn Prozent der Uni-Abgänger arbeiten mittlerweile in Jobs im Niedriglohnsektor.“
Univ.-Prof. Dr. Felix Rauner, Die Zeit online am 2. August 2014

Handlungsbedarf für Politik:

„Was wir brauchen, ist ein Zugangsmanagement, das insgesamt zur Kenntnis nimmt, dass die derzeitigen Ressourcen nicht ausreichend sind für einen vollkommen freien und zahlenmäßig ungesteuerten Zugang von Studierenden.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Academia“ vom Mai 2018, S. 16

Menschen als Menschen behandeln!

„Wann immer es um Pädagogik geht, ist - solange wir Menschen als Menschen behandeln und nicht als Maschinen - die Investition in Menschen einer technisch zwar interessanten, pädagogisch aber wenig sinnvollen Investition vorzuziehen. Technik hat dem Menschen zu dienen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Süddeutsche Zeitung online am 28. Jänner 2019

„Digitaler Fetischismus“:

„Die aktuelle bildungspolitische Situation scheint […] von einem digitalen Fetischismus geprägt zu sein, vom Glauben, dass Geräte und Software das Problem der Bildung von selbst und besser zu lösen in der Lage wären als es die traditionelle Pädagogik konnte.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
„Digitalisierung in der beruflichen Bildung“, bbw 5/2017, S. 5

Finnland:

„Only 18.2 % of Finnish students use ICT for projects or class work, far below the average of the participating EU (34 %) and OECD countries (37.5 %). The weekly usage of desktop and laptop computers at grade 8 and 11 is among the lowest in the EU.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 91

Ergebnis einer Metastudie über den Einsatz digitaler Medien in der Sekundarstufe:

„Je länger mit den eingesetzten Medien im Unterricht gearbeitet wurde, desto weniger profitieren Schülerinnen und Schüler von den digitalen Lernumgebungen.“
Delia Hillmayr M.Sc. u. a., „Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe“ (2017), S. 11

Bemerkenswert, aber selten erwähnt:

„Man achte auf die Chefs von Apple, Yahoo und Amazon, die ihre Kinder alle auf Schulen geben, die vom Internet völlig entkoppelt sind.“
Dr. Alain Finkielkraut, Philosoph und Mitglied der Académie française, Die Zeit vom 21. Mai 2015

„Schüler für den Lernstoff entflammen“!

„Schüler für den Lernstoff zu entflammen, ist das Erfolgsrezept eines guten Unterrichts. […] Deshalb ist es bedauerlich, dass das formale Prinzip der Kompetenzorientierung dazu beiträgt, die Spannungsmomente im Unterricht, die durch den Lehrstoff gegeben sein könnten, abzutöten.“
Rainer Werner, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Jänner 2016

Vernunft statt Heilslehren:

„Wer glaubt: ‚Kauft Hardware, und die Welt wird eine bessere werden‘, irrt mit Sicherheit. Man muss das einbetten in ein pädagogisches Konzept und die Lehrenden motivieren, das sinnvoll, aber dosiert einzusetzen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 3. September 2018

Medien sind Hilfsmittel, nie Ersatz für Pädagogik:

„Es haben in der Vergangenheit viele mediale Neuerungen Eingang in die Schule gefunden, ohne sie im Kern wirklich verändert zu haben. Ich wüsste nicht, warum es bei der Digitalisierung anders sein soll.“
Mag. Wilfried Göttlicher, Bildungshistoriker, Die Presse online am 25. November 2015

„Ganze Menschen“ als Gegenüber:

„Schüler brauchen nicht ‚Moderatoren selbstgesteuerter Lernprozesse‘, die sich aus dem Unterrichtsgeschehen weitgehend zurückziehen, sondern Lehrer, die als ganze Menschen den Schülern ein Gegenüber sind.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „ÖkologiePolitik“, Nr. 168 (November 2015), S. 33

Qualität vor Quantität:

„Es ist beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht […] ganz besonders darauf zu achten, dass diese Technologien bewährte und effektive Lehr- und Lernmethoden nicht verdrängen, sondern da implementiert werden, wo ihr Einsatz effektiver ist als traditionelle Lernmethoden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 119

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

VCL-Position des Jahres 2000:

„‚Werterziehung‘ ist im SchOG § 2, im allgemeinen Teil der Lehrpläne und auch in Fachlehrplänen grundgelegt und Aufgabe aller Unterrichtsgegenstände. Trotzdem scheint die Zeit reif, den Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 19 Jahren, die – aus welchen Gründen auch immer – keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, einen Pflichtgegenstand zu bieten, der systematisch und zusammenfassend ‚Werteorientierung‘ als Bildungsziel hat.“
Mag. Wolfgang Rank, Bundesobmann der VCL, „Thesen zum Unterrichtsgegenstand ‚Werteorientierung‘“, 11. Dezember 2000

Schluss mit Kaffeehaus statt Religionsunterricht!

„Ich wünsche mir dringend die Einführung des Ethikunterrichts als alternativen Pflichtgegenstand, damit die ‚Alternative‘ zum konfessionellen Reli¬gionsunterricht nicht weiterhin Kaffeehaus heißt.“
Mag. Isabella Zins als Bundesobfrau der VCL, parlamentarische Enquete „Werteerziehung durch Religions-
und Ethikunterricht in einer offenen, pluralistischen Gesellschaft“ vom 4. Mai 2011

Die ÖPU erinnert an ihre Forderung:

Dem vielfachen Bekenntnis zur Wertevermittlung müssen Taten folgen.

Die ÖPU fordert einen verpflöichtenden Ethik-Unterricht für alle SchülerInnen, die aus welchem Grund auch immer keinen konfessionellen Religonsunterricht besuchen

Es ist für die Schulen unzumutbar, den Ethik-Untericht noch länger aus eigenen Mitteln und auf Kosten anderer Bildungsangebote zu finanzieren.
ÖPU-Rundschreiben vom 8. Mai 2011

Mahnende Worte vor drei Jahren:

„Trotz der vielen befürwortenden Stimmen aus unterschiedlicher institutioneller Richtung ist eine Überführung in das Regelschulwesen für jene SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, bisher nicht erfolgt. Auch in diesem Bereich wurde die Bildungsreform nicht zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit Werten des Zusammenlebens im Bildungsbereich genutzt.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 58

Verpflichtender Ethikunterricht für all jene, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen!

„Es kann doch nicht so sein, dass junge Leute ihre Schule abschließen, ohne sich philosophischen Fragen, ethischen Fragen und den Fragen der Weltreligionen gestellt zu haben.“
Mag. Johann Heuras, Bildungsdirektor Niederösterreichs, Niederösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Baden-Württemberg weitet den Ethik-Unterricht als Alternative zum Religionsunterricht auf die gesamte Sekundarstufe I aus:

„Die wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen ohne religiöse bzw. kirchliche Bindungen erfordert zusätzliche, vom konfessionsgebundenen Religionsunterricht unabhängige Zugänge der Wertevermittlung in der Schule.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 11. Mai 2018

Kein Dispens von Wertefragen mehr!

„‚Alle Schüler ab einem gewissen Alter sollten sich mit ethischen, moralischen und Wertefragen auseinandersetzen.‘ Im Religionsunterricht würde diese Wertevermittlung jetzt schon erfolgen, künftig könne man sich auch durch Abmeldung nicht mehr ‚davon dispensieren lassen‘.“
Fritz Enzenhofer, Obmann der Christlichen Lehrerschaft Österreich (CLÖ), ORF online am 5. März 2019

Wunsch der ÖPU endlich verwirklicht:

„Bildungsminister Faßmann erfüllt mit seinem Vorstoß für den verpflichtenden Ethikunterricht für alle, die an keinem Religionsunterricht teilnehmen, einen Wunsch der ÖPU, die seit Jahrzehnten für diesen Schritt eintritt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 25. Jänner 2019

Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens:

„Ich möchte jedenfalls, dass sich alle SchülerInnen im Rahmen des Schulunterrichts fundiert mit den Grundfragen des Lebens beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern muss gefördert werden, um so einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung und selbstständigen Reflexion zu leisten.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, stv. ÖPU-Vorsitzender und GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, quintessenzen.at am 9. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

OECD erkennt Anlass zur Sorge:

„Die NEETs unter den jungen Menschen geben aktuell Anlass zur Sorge, es können sich aber auch in der Zukunft schwerwiegende Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft ergeben, wenn keine geeigneten Maßnahmen zur Lösung dieses Problems ergriffen werden.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 72

OECD-weit 40 Millionen NEET:

„Across OECD countries, there are around 40 million young people who are NEET.“
Viktória Kis, „Work-based Learning for Youth at Risk“ (2016), S. 6

Kanada:

„In Canada, the proportion of NEET individuals aged 20–24 has increased over the past decade, approaching 15 per cent in 2016 (up from 13 per cent in 2006).“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 37

Europa:

„In 2017, 14.3 % of 18 to 24 year olds were neither in employment nor in education (NEET), exposing themselves to the risk of labour market exclusion and dependence on social security.“
Eurostat (Hrsg), „Smarter, greener, more inclusive? 2018 edition“ (2018), S. 36

In Österreich waren es mit 8,1 % wenig mehr als die Hälfte. (Quelle: Eurostat-Datenbank)

Spanien:

„Youth in Spain face difficulty making smooth transitions from school to work. The share of youth neither in employment, education nor training (NEET) has risen steadily and ranks near the top of the OECD.“
OECD (Hrsg.), „OECD Skills Strategy Diagnostic Report Spain 2015“ (2015), S. 36

Italien:

„With a NEET rate that has risen to 32 percent, Italy brings up an unhappy rear in this regard. […] By contrast, the Netherlands, Denmark, Germany and Austria take the first four places in the comparison, showing the lowest NEET rates.“
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), „Social Justice in the EU – Index Report 2015“ (2015), S. 52

„Einzigartiges System“:

„Wir haben ein einzigartiges System in Österreich, in dem über 200 Lehrberufe mit dem dualen System erlernen kann und so eine praktische und theoretische Ausbildung auf höchstem Niveau erhält.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, Presseaussendung vom 1. Dezember 2018

Den Unterschied von Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit endlich verstehen!

„Die berufliche Ausbildung sollte in den Medien anders dargestellt werden und eine Gleichwertigkeit – das heißt nicht Gleichartigkeit! – unterstrichen werden.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

„A major global challenge“:

„A major global challenge is the phenomenon of young people who are not in education, employment or training (NEET). Worldwide, 30 per cent of young women and 13 per cent of young men were classified as NEET in 2018.“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 20

Österreichs spezielle Situation:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder gehören 18 Prozent der im Ausland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEETs, verglichen mit 13 Prozent der im Inland geborenen.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 71

In Österreich gehören nur 7,7 Prozent der im Inland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEET, aber nicht weniger als 23,9 Prozent der im Ausland geborenen.

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu NEET auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/neet.


Humboldt’sches Bildungsideal verkauft:

„Wir gehen dem Humboldtʼschen Bildungsideal immer seltener nach, sondern zielen stattdessen auf die Verwertbarkeit sowie die Drittmittelfähigkeit von Bildungsaktivitäten. Das führt leider auch dazu, dass vielfach ‚Stifter und Schenker‘ in Anspruch genommen werden, denen man nicht immer ein redliches Interesse nachsagen kann.“
Univ.-Prof. Dr. Tim Engartner, bildungsklick.de am 31. Oktober 2018

Rückbesinnung auf Bildung:

„Bildung ist eine leere Begriffshülle geworden, die von jedem nach Belieben und je nach politischer oder ökonomischer Interessenlage gefüllt werden kann. Eine Besinnung auf die grundlegenden Bedeutungen von Bildung, ihre Ansprüche, aber auch ihre Grenzen täte dringend not.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Die OECD-„Bildungspolitik“ und ihre Folgen:

„Vieles, was einmal zur Bildung gehörte und zur Humanisierung der Gesellschaft beitragen sollte, verkümmert heute: fundierte Sachkenntnisse, ein Können im Sinne des Sich-auf-etwas-Verstehens, Urteilskraft, Selbsterkenntnis, Gemeinschaftssinn …“
Dr. Matthias Burchardt, www.nachdenkseiten.de am 14. März 2016

Gymnasiale Bildung:

„In Leitungspositionen erwartet man, dass jemand umfassend gebildet ist. […] Ich finde den Einwand, dass das Gymnasium nicht auf die Praxis vorbereitet, nicht richtig.“
Univ.-Prof. Dr. Dorit Bosse, Die Welt online am 7. Juni 2015

Ware Bildung:

„Wenn wir Bildungsanstrengungen damit begründen, dass sie sich wirtschaftlich lohnen – heißt das nicht im Umkehrschluss, dass wir Bildung unterlassen sollten, wenn sie sich nicht ‚lohnt‘? Dass diejenige Bildung, die nicht zu mehr Wachstum führt, wertlos ist?“
Dr. Herbert Renz-Polster, „Die Kindheit ist unantastbar (2014), S. 80

Die „Heilsbotschaften“ der OECD:

„Die OECD, Testkonsortien und die Bertelsmann-Stiftung erscheinen als Bildungskirchen, deren Vertreter und Adepten als Priester und Propheten predigend durch die Lande ziehen, um ihre Heilsbotschaft zu verkünden. Denn in der Welt des real existierenden Bildungsgeschehens leben und arbeiten noch viel zu viele Sünder, die vom falschen Weg abgebracht werden müssen. Es gibt ja immer noch Menschen, die ein differenziertes Schulsystem für sinnvoll, geistig-kulturelle Inhalte und Wissen für notwendig, Kompetenzen für eine Chimäre, Leistung für wichtig, Inklusion für problematisch, Individualisierung für einen Trick und Tablets für verzichtbar halten.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 38

Bildungspolitik am Gängelband der OECD:

„Die Politik verzichtet auf ihren Gestaltungsfreiraum zugunsten einer übernationalen Organisation, die nach eigener Aussage eine bestimmte Wirtschaftsordnung und damit Wirtschaftspolitik vertritt. […] Die von der OECD finanzierten und in Auftrag gegebenen Studien entmachten de facto nationale Bildungspolitik.“
Univ.-Prof. Dr. Volker Ladenthin, „Zur Praxis pädagogischer empirischer Forschung“
in „COICIDENTIA – Zeitschrift für europäische Zeitgeschichte“, Beiheft 4/2014, S. 105f

Fundament der Demokratie:

„In einem Staat, der sich ‚Republik‘ nennt und als Demokratie definiert, spielen […] Bildung und Bildungswesen eine fundamentale Rolle für die Möglichkeit der Selbstbestimmung der Bürger.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 102f

Emanzipation des Geistes:

„Ich bin der Auffassung, dass die Allgemeinbildung eine größere Rolle spielen muss, damit die Menschen flexibler sind.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, bildungsklick.de am 27. Jänner 2016

„Intellektuelles Tor zur Welt“:

„Ich habe große Sympathien für den humanistischen Bildungsbegriff: Bildung als das intellektuelle Tor zur Welt. Diese humanistischen Ideale, die niemals die professionelle Ausbildung vernachlässigten, legten größten Nachdruck auf die Bildung von Werten, angefangen bei denen der Aufklärung, ebenso wie auf die Befähigung zum eigenständigen und kritischen Denken.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, BMBWF-Journal, 1.2018, S. 4

Sensitive periods of neural plasticity:

„Children’s early life experiences during sensitive periods of neural plasticity shape the brain structures and functions underlying their cognitive aptitudes. One critical experience is language exposure. Specifically, the language quantity (e.g., number of words) and quality (e.g., sentence complexity, lexical diversity) that young children hear are the foundation of later language and literacy skills and nonverbal capacities, including executive functioning, math ability, and social skills. Children’s language exposure varies substantially in relation to their socioeconomic status (SES).“
Dr. Rachel R. Romeo u. a., „Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function“.
In: „Psychological Science“, 2018, Vol. 29(5), S. 700

Auf die Eltern kommt es an:

„An infant’s developing sense of self and security is developed through their relationships with their carers and is strongly influenced by parent behaviours. The foundations of secure parent-child attachment develop during the first year of life, through parental attunement to infant cues and warm and responsive parenting.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 29

The most important childhood predictor:

„The BCS findings (Anm.: BCS = British Cohort Study) reveal that children’s emotional health, reported by mothers, was the most important childhood predictor of self-perceived emotional health (e.g. depression) at age 26 and overall life satisfaction at age 34. In fact, childhood emotional health was more strongly associated with these outcomes than family economic resources, family psychosocial resources, and children’s cognitive ability.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 20

Frühe Prägung:

„Gaps in children’s readiness to learn manifest themselves early. If unaddressed, they can affect children’s cognitive and noncognitive skills over the long term.“
World Bank Group (Hrsg.), „Growing Smarter“ (2018), S. 20

Die Differenz im Elternhaus wächst:

„An additional year of daily mother–child reading would increase children’s reading test scores in the early school grades by 41 percent of a standard deviation on average. […] Substantial numbers of parents do not read to their children on a regular basis. In 2007, 16 % of all parents of a child aged 3-5 years and 29 % of parents living below the poverty line reported that neither they nor other family members read to their children at least three times per week. This represents an increase since 2001 when the number was 26 % of poor parents. In addition, the gap in the amount of time that parents spend with their children overall and in educationally relevant activities has widened over the last 20 years because the rate at which highly educated mothers have increased amount of time in they spend in educational activities with their children has exceeded the rate at which mothers with less education increased such time with their children.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 5

Crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development:

„Parental involvement is a key factor for educational success: a stimulating home environment and parental engagement is crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development.“
EU-Kommission (Hrsg.), „A whole school approach to tackling early school leaving“ (2015), S. 15

Violence and/or neglect in childhood:

„Adults who experienced violence and/or neglect in childhood have lower levels of education, more limited opportunities for employment, lower earnings, and fewer assets.“
Gillian Huebner u. a., „Beyond Survival: The Case for Investing in Young Children Globally“ (2016), S. 16

Ergebnis einer Befragung der SchülerInnen Deutschlands:

„Fünf Prozent der Achtjährigen gaben an, dass sich niemand in der Familie wirklich um sie kümmere. Unter den Vierzehnjährigen meinte das sogar fast jeder zehnte.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Eingreifen zum Schutz der Kinder:

„Einige Eltern verstehen erst, wie ernst die Konsequenzen sein können, wenn finanzielle Leistungen gekürzt werden oder Bußgeldbescheide eintreffen. Von diesen Rechtsmitteln muss viel mehr und viel konsequenter Gebrauch gemacht werden. […] Der Gesetzgeber sollte sich klarmachen, dass diese Sanktionen keine Strafe für die Familie sein sollen, sondern vielmehr ein Ansporn, die Bildung der Kinder nicht zu vernachlässigen.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 299f

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zur hohen Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


Studierbefähigung sinkt:

„Studienanfänger, die ein Mint-Fach, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, wählen, haben immer öfter unverzeihliche Schwächen in Rechentechnik und im Verfolgen mathematischer Grundgedanken. An der Universität müssen sie Vorbereitungskurse besuchen. Das kostet unnötig Steuergeld.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Ernüchternde Bilanz:

„Die ‚kompetenzorientiert‘ trainierten Absolventen können schlicht nicht mehr hinreichend lesen, schreiben und rechnen, geschweige denn organisieren und unter Belastung den Überblick behalten.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 125

Bildungsreformern fehlt didaktisches Wissen:

„In Zeiten von Alexa und Siri mag für viele unstrittig sein, dass dank Digitalisierung Menschen kein Faktenwissen mehr brauchen. Wissen ist jederzeit und überall verfügbar, so dass sich Schüler voll und ganz auf die Kompetenzentwicklung konzentrieren können. Diese Argumentation verkennt den Unterschied zwischen Faktenwissen und Klugheit sowie den Zusammenhang von Oberflächenverständnis und Tiefenverständnis, wie er in der Didaktik seit jeher bekannt ist.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Oktober 2018

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17 

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Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019

Wie wahr!

„Wir dürfen die Institution Schule nicht überfordern und ihr nicht die Verantwortung für alles und jeden zuschieben.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Wiener Zeitung online am 27. April 2019

Der Nährboden für „Bildungsreformen“:

„Zuerst wird aufgrund höchst zweifelhafter Kriterien und in der Regel plakativ verkürzter Testergebnisse eine Krise des Bildungssystems beschworen, um dann das Mantra der notwendigen Bildungsreform anzustimmen.“
Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 1

Idealismus schätzen, nicht missbrauchen!

„Viele Lehrerinnen und Lehrer wählen den Beruf, weil sie Schülerinnen und Schüler beeinflussen wollen – kaum einer wählt diesen Beruf, um ein Armutsgelübde abzulegen. Wir müssen Lehrkräfte sowohl in der Gesellschaft als auch durch die Entlohnung wertschätzen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, news4teachers.de am 30. März 2019

Häppchenbildung:

„Kompetenzorientierung meint die Segmentierung der Lerninhalte in kleine Häppchen. Die sogenannten Bildungsstandards spitzen das noch zu, dort gilt nur noch das als Bildung, was standardisierten Tests zugänglich ist. Es wurde quasi gesagt: Alles, was nicht Häppchen ist, gilt ab sofort nicht mehr als Bildung. Mit Adorno würde man sagen: Hier wurde radikal Halbbildung zu Bildung umetikettiert.“
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, Rubikon online am 4. April 2019

Von Englands und Frankreichs Gesamtschulerfahrungen lernen!

„Das Gegenteil dessen, was Österreichs Schulpolitik der Bevölkerung als Konsequenz eines staatlichen Gesamtschulwesens verkaufen wollte, ist in Europas traditionsreichen Gesamtschulstaaten Wirklichkeit. Das gesteht inzwischen auch die OECD ein.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 19

 


Schluss mit dem Verdrängen!

„Das Problem Aggression von Schülern gegenüber Lehrern wird noch viel zu oft tabuisiert.“
Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD Tirol, Tiroler Tageszeitung online am 17. März 2019 

Fatale Verengung:

„Durch diese Reduktion auf nur drei Kompetenzen geht genau das an Bildung verloren, was eigentlich das Wesen von Bildung ausmachte, nämlich die Vielfalt, die unterschiedlichsten Dimensionen des Lebens, die unterschiedlichsten Dimensionen von Kultur und Gesellschaft, die unterschiedlichsten Formen von Weltaneignung, Weltverständnis und Selbstverständnis, die immer im Fokus von Bildungskonzepten und Bildungsanstrengungen gestanden sind.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bundeslehrertag 2019 der ÖPU Oberösterreich, 27. März 2019

Sparen auf Kosten der Jugend beenden!

„Um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Chancen für unsere Jugend nicht verschlechtern wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 7 

Ressourcen statt Privatisierung!

„Mehr Ressourcen, vor allem auch fürs Gymnasium, müssen endlich her, denn in vielen Ländern lautet die Alternative zu einem stiefmütterlich behandelten öffentlichen Schulwesen schlicht Privatschule.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Auf die Qualität kommt es an:

„Ich halte nichts davon, das Medium in den Vordergrund zu schieben und zu sagen, der Unterricht muss jetzt digital ablaufen. Der Unterricht muss zuerst und vor allem fachlich gut sein, und wenn digitale Medien einen guten Beitrag dazu leisten können, kann man das ja machen. Ich habe nur Sorge, dass gegenwärtig im politischen Diskurs angenommen wird, der Unterricht wird grundsätzlich besser, wenn wir ihn digital gestalten. Das glaube ich nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Thein, Standard online am 2. April 2019

Auf die ersten Lebensjahre kommt es an:

„‚Von Anfang an gehen aufgrund uneinheitlicher Startbedingungen sehr viele Chancen verloren. Auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten ist dieses Defizit nur schwer auszugleichen. Wir müssten früher, in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten, mit individuellen Fördermaßnahmen ansetzen.‘ Ob einem Kind daheim vorgelesen oder mit ihm gesprochen werde, oder Kinder nur vor Fernseher oder Computer sitzen, mache einen massiven Unterschied aus.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019