Autonomiepaket - der große Wurf?
14. November 2016
"Wo Kostenneutralität draufsteht, ist Sparpotential drinnen! Eine böse Behauptung? Vor kurzem präsentierte die Regierung ein neues Bildungspaket. Auf die Expertise von PraktikerInnen hatte man bei der Konzepterstellung verzichtet. Beworben wird das Reformpaket mit dem Begriff "Schulautonomie" und einem angeblichen Gewinn für SchülerInnen und LehrerInnen. "Autonome Gestaltung und pädagogische Freiräume" würden zu "besseren Lernergebnissen" führen und, quasi als positiver Nebeneffekt, zu "effizenterem Ressourceneinsatz": mehr Effizienz durch DirektorInnen mit mehr Verantwortung für Lehrpersonal, Fortbildung und autonome Unterrichtsgestaltung an bis zu acht Standorten. ClusterdirektorIn als neuer Traumjob? ..."
Lesen Sie Isabella Zins' Gastkommentar im Kurier vom 14. November 2016!
"Österreichs LehrerInnen arbeiten meist nach der Devise: "Machen wir das Beste daraus!" Zum Glück für Eltern und Schulkinder, nicht immer zum eigenen Wohle. Denn zunehmend fühlen sich Österreichs Lehrkräfte dem psychischen Druck, den ihr Beruf mit sich bringt, nicht mehr gewachsen. Wo liegt die goldene Mitte zwischen Sich-auf-SchülerInnen-Einlassen und Sich-Abgrenzen, zwischen Überengagement und "Dienst nach Vorschrift"?
"Ihre ersten Aussagen machen uns LehrerInnen und DirektorInnen Mut, denn vieles haben wir in der Bildungspolitik Österreichs in den letzten Jahren vermisst, vor allem Wertschätzung und eine wirklich faktenbasierte Bildungspolitik unter Einbindung der ExpertInnen der Praxis. Während in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt wurde, es herrsche Stillstand an Österreichs Schulen, empfinden wir uns seit Jahren gehetzt von Reformen (neue Reifeprüfung, Implementierung des kompetenzorientierten Unterrichtens, neue Lehrpläne, neue Oberstufe - aufgesetzt auf die neue Mittelschule ohne Leistungsgruppen etc.), die meist mit großem bürokratischem Aufwand verbunden sind und vor allem einer Evaluierung bedürfen."

